Alkoholfreier Wein

Ohne Alkohol tut auch mal gut. Vor allem, wenn dabei dennoch Wein, Prickler oder Cocktails auf den Tisch kommen. Dass diese Getränke nicht nur optisch an ihre Vorbilder erinnern, sondern aromatisch auf ganzer Linie überzeugen – dafür gibt es Rindchen. Wir haben für Sie ein kleines, feines Sortiment alkoholfreier Alternativen zusammengestellt.
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Manufaktur Jörg Geiger
"Rotfruchtig" alkoholfrei prickelnd
Deutschland Württemberg rot
Manufaktur Jörg Geiger
"Rosenzauber" alkoholfrei prickelnd
Deutschland Württemberg rot
Manufaktur Jörg Geiger
"Weissduftig" alkoholfrei prickelnd
Deutschland Württemberg
Schloss Wachenheim
"Federleicht" Rosé, alkoholfrei
Deutschland rosé
Schloss Wachenheim
"Rindchen's" Merlot Rosé, alkoholfrei
Deutschland prickelnd
Manufaktur Jörg Geiger
"Cuvée Nr. 11" alkoholfrei prickelnd
Deutschland Württemberg weiß
Manufaktur Jörg Geiger
"Apfelsinfonie" alkoholfrei prickelnd
Deutschland Württemberg weiß
Schloss Wachenheim
"Federleicht" Chardonnay alkoholfrei
Deutschland weiß
Schloss Wachenheim
"Federleicht" Sparkling alkoholfrei
Deutschland weiß
Schloss Wachenheim
"Federleicht" Sparkling Rosé alkoholfrei
Deutschland rosé
Miguel Torres
"Sangre de Toro 0,0" Rosado
2022 Spanien Catalunya rosé
Cranehouse
Undone No. 9 Not Red Vermouth
Deutschland rot
Miguel Torres
"Sangre de Toro 0,0" Moscatel
2022 Spanien Catalunya weiß
Cranehouse
"Undone No. 8" alkoholfrei
Deutschland weiß
Brennerei Schnitzer
Mondino Aperetivo Senza alkoholfrei
Senza II Deutschland Bio

Inhaltsverzeichnis

  1. Alkoholfreier Wein: Zum Anstoßen, zum Essen, zum Genießen
  2. Was ist alkoholfreier Wein?
  3. Was ist der Unterschied zwischen „alkoholfrei“ und „ohne Alkohol“?
  4. Wie wird der Alkohol dem Wein entzogen?
  5. Warum gibt es alkoholfreie Prickler aber keinen alkoholfreien Sekt?
  6. Wie schmeckt alkoholfreier Wein?
  7. Warum ist alkoholfreier Wein so teuer?

Alkoholfreier Wein: Zum Anstoßen, zum Essen, zum Genießen

Es ist ja nicht so, dass es keine Getränke ohne Alkohol gäbe. Im Gegenteil – das Angebot an Säften, Tees oder Softdrinks ist riesig. Aber in bestimmten Situationen fühlt man sich ohne ein Glas Wein oder Sekt einfach verloren. Wenn angestoßen wird auf ein Jubiläum, auf einen großen Erfolg oder auf ein Ja-Wort, erscheint der Tomatensaft deplatziert. Auch haben wir uns einfach daran gewöhnt, dass zu einem guten Essen standesgemäß ein Wein gehört. Schließlich gibt es diese persönlichen Momente, wo ein Wein oder ein Cocktail das Leben erst rund machen: in der Bar, auf der Party, beim Sommerfest oder einfach mal so. Da sorgen alkoholfreie Weine und Alternativen dafür, dass man sich mittendrin fühlt.

Was ist alkoholfreier Wein?

Es gehört zum geschmacklichen und verbraucherschutzrechtlichen Wesen des Weins, dass er durch die Vergärung von Trauben entsteht. Dabei wandeln Hefen den Traubenzucker in Alkohol. Ohne vorherige Gärung darf ein Produkt nicht Wein heißen. Der Begriff alkoholfreier Wein setzt also zwingend voraus, dass der durch Vergärung entstandene Alkohol nachträglich entzogen wird.

Was ist der Unterschied zwischen „alkoholfrei“ und „ohne Alkohol“?

Steht der rechtlich geschützte Begriff „alkoholfrei“ auf dem Etikett, darf der Wein oder jedes andere Getränk maximal 0,5 % vol Alkohol enthalten. Wer sicher sein möchte, dass wirklich kein Alkohol in seinem Getränk enthalten ist, der sollte nach der ebenfalls geschützten Bezeichnung „ohne Alkohol“ oder „0,0 %“ schauen. Übrigens: Säfte dürfen nach gesetzlich bindenden Leitlinien bis zu 0,38 % vol Alkohol enthalten.

Wie wird der Alkohol dem Wein entzogen?

Umkehr-Osmose oder Vakuumdestillation. Die Ingenieurskunst vermag einiges und so gibt es theoretisch viele Verfahren, um den Alkohol aus dem Wein zu bekommen. Dabei taucht allerdings das Problem auf, dass während dieses Prozesses auch andere zentrale Aromabestandteile entzogen oder zerstört werden könnten. Derzeit gelten zwei Verfahren als schonend genug, um zu guten Ergebnissen zu führen.
Bei der Umkehr-Osmose wird der Alkohol durch eine Membran aus dem Wein gefiltert. Dabei werden durch Druck die osmotischen Verhältnisse umgekehrt. Der Alkohol diffundiert umgekehrt zur Osmose in das unter hohem Druck stehende Wasser. Dies Verfahren hat sich bewährt, wenn nur ein Teil des Alkohols entzogen werden soll, um beispielsweise weniger schwere Weine zu erzeugen.
Wird der Alkohol allerdings vollständig durch Umkehr-Osmose entzogen, filtern die Membranen auch einen gewissen Teil der anderen aromatischen Bestandteile aus. Zudem ist das Verfahren zeitlich und energetisch dann sehr aufwändig. Das derzeit schonendste und am meisten verbreitete Verfahren ist die Vakuum-Destillation. Der Wein wird dabei erhitzt und der Alkohol verdampft. Unter Vakuum-Bedingungen verdunstet Alkohol nicht bei den üblichen 78° Celsius sondern bereits bei 30° Celsius. Bei dieser Temperatur – die ungefähr der üblichen Vergärungstemperatur von Rotweinen entspricht – bleiben alle typischen, also auch die leichtflüchtigen Aromastoffe weitgehend im Wein enthalten.
Ein weiteres Verfahren ist die sogenannte Refraktionierung. In einer Zentrifuge, korrekt: Spinning Cone Column oder Schleuderkegel-Kolonne, wird der Wein unter Mithilfe thermischer Verfahren in seine Bestandteile (Alkohol, Aromakonzentrat, Wasser) zerlegt und später nach Wunsch wieder zusammengesetzt. In Europa ist das Verfahren umstritten und nur sehr eingeschränkt für die Alkoholreduzierung zulässig. Refraktionierte alkoholfreie Weine aus den USA dürfen allerdings importiert werden.

Warum gibt es alkoholfreie Prickler aber keinen alkoholfreien Sekt?

Es ist derzeit nicht möglich, fertigen Schaumweinen den Alkohol zu entziehen. Bei den gängigen Verfahren würde mit dem Alkohol auch die gebundene Kohlensäure entweichen. Bei allen alkoholfreien Pricklern handelt es sich daher um alkoholfreien Wein, dem nachträglich Kohlensäure zugesetzt wurde. Die rechtliche korrekte Bezeichnung dafür ist „Schäumendes Getränk aus alkoholfreiem Wein“.
Umgangssprachlich reden wir wie selbstverständlich von alkoholfreiem Sekt. Rechtlich ist das nicht zulässig und so findet sich diese Bezeichnung auch auf keinem Etikett. Bei allen hochwertigen Schaumweinen wie Sekt, Prosecco, CavaCrémant oder Champagner muss es zwingend die während der Gärung entstehende Gärkohlensäure sein, die im Produkt verbleibt. Bei den in traditioneller Flaschengärung erzeugten Edelschäumern wäre das Entziehen von Alkohol ohnehin unmöglich. So bleibt es im alkoholfreien Fach bei den erwähnten „Schäumenden Getränken“, die sich allerdings aromatisch außerordentlich gut schlagen.

Wie schmeckt alkoholfreier Wein?

Alkohol hat einen Eigengeschmack, der oft als bitter, scharf und ölig beschrieben wird. Darüber hinaus ist Alkohol ein Geschmacksträger, der flüchtige Aromen bindet, konserviert und auch mit ihnen reagiert. Zum Dritten erzeugt Alkohol im Wein ein Mundgefühl, das oft mit dem Begriff Körper beschrieben wird. Ein Wein ohne Alkohol schmeckt daher in jedem Fall anders. In vergleichenden Verkostungen wird er als weniger intensiv als der Ausgangswein beschrieben. Ob er einem gerade deshalb sogar besser schmeckt, ist eine höchst individuelle Empfindung.
Um fehlenden Körper und Intensität auszugleichen, werden alkoholfreie Weine zumeist deutlich süßer ausgebaut – ist doch Traubenmost ein bewährter Geschmacksträger. Ähnlich wie bei Säften wird die Fruchtsüße in alkoholfreien Weinen selbst von „Trockentrinkern“ als positiv wahrgenommen.

Warum ist alkoholfreier Wein so teuer?

Müsste Wein ohne Alkohol nicht günstiger sein? Diese Einschätzung liegt nahe, geht aber von falschen Voraussetzungen aus. Technisch gesehen ist alkoholfreier Wein das anspruchsvollere Produkt, weil das Entziehen des Alkohols ein zusätzlicher und kniffliger Verfahrensschritt ist. Die alkoholfreie Variante ist daher relativ gesehen immer die teurere! Ob Weinfreunde bereit sind, den Mehrpreis zu zahlen, steht auf einem anderen Blatt. Alkoholfreie Alternativen für Wermut, Amaro oder Gin.
Was für Wein gilt, lässt sich selbstverständlich auch auf andere Getränke anwenden. Wermut beispielsweise ist ein mit Kräutern versetzter Wein – warum ihm also nicht den Alkohol entziehen? Ähnliches gilt bei italienischem Amaro. Dabei gilt die Regel: Je hochprozentiger das Getränk, desto weniger Sinn macht das Entziehen von Alkohol.