Primitivo

Ciao Chianti. Italiens neuer Superstar ist die apulische Rebsorte Primitivo.

Einst war das süditalienische Apulien eine bettelarme Gegend. Die Weine wurden lange nur als Mittagswein oder Vespertropfen geduldet. Dann kam der märchenhafte Aufstieg des Primitivo. Dank seiner opulenten, intensiven Frucht, der niedrigen Säure und seines anschmiegsamen Wesens. Ein echter Wein zum Kuscheln also. Mittlerweise schaut man aus der Toskana neidisch nach Süden.

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"Acinore" Primitivo di Manduria DOC
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"Cassano" Primitivo
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"Sandrà" Primitivo
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Primitivo Salento IGT, Casato di Melzi
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Segreto Rosso
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Wie? Primitivo und Zinfandel sind Zwillinge? Eigentlich sogar Drillinge!

Sind Primitivo und Zinfandel dieselbe Rebe? Den Zinfandel könnte man als den in die neue Welt ausgewanderten Zwillingsbruder des süditalienischen Primitivo bezeichnen. Er wird in den Weinbaugebieten Kaliforniens angebaut und ist über die Jahre zum beliebtesten Rotwein der USA avanciert. Dabei punktet er mit seiner Mischung aus hoher Qualität, großer Vielfalt und günstigen Preisen. Von den Amerikanern früher als ursprüngliche amerikanische Rebsorte angepriesen, kamen DNA-Analysen jedoch 2001 endlich der Wahrheit auf die Spur. Der Zinfandel ist genetisch identisch mit dem in der süditalienischen Region Apulien angebauten Primitivo und beide stammen vom kroatischen - Achtung Zungenbrecher! - Crljenak Kaštelanski (der Rötliche aus Kaštela) bzw. Tribidrag ab, dessen Heimat das sonnige Dalmatien an der Adria ist. Das etwas unterschiedliche Geschmacksprofil lässt sich auf die Vielfalt der Böden sowie das Klima am Mittelmeer bzw. in Kalifornien zurückführen. Nicht verwechseln sollte man ihn allerdings mit dem österreichischen Zierfandler. Die weiße Traube klingt zwar ähnlich, hat aber so gar nichts gemeinsam mit unserem mediterranen Superstar.

Primitivo – warum heißt er so?

Unser Apulier ist keineswegs primitiv. Sein Name leitet sich ab vom italienischen "primo" – der Erste. Er ist eben bei der Reife im Weingarten besonders früh dran.
Es waren Auswanderer aus dem habsburgischen Kroatien, die den Zinfandel einst mit in die neue Welt nahmen. Dass der Name aus einer Verwechslung mit dem weißen österreichischen Zierfandler entstand, konnte jedoch bis heute nicht belegt werden. Im Jahr 1832 wurde er in den USA erstmals schriftlich erwähnt als er von einer Gärtnerei in Boston Pflanzen zum Verkauf anbot. Um 1852 kam er im Zuge des Goldrauschs an die Westküste und sollte dort endgültig eine neue Heimat finden. In Kalifornien macht der Zinfandel – von den Amerikanern salopp "Zin" genannt – heute rund 10 % der gesamten Rebfläche aus. Aus ihm werden RotweineRoséweine (Blush Zinfandel, White Zinfandel) gekeltert, ähnlich einem Weißherbst.
Als feinste Herkunft gilt das Napa Valley beziehungsweise das apulische Städtchen Manduria auf dem Salento, dem Stiefelabsatz Italiens. Während andernorts die Restzuckerwerte stiegen und die Weine immer süßer wurden, blieb man sich dort, fernab internationaler Trends treu. Nicht zuletzt deshalb gibt es das geschützte Herkunftsgebiet DOC Primitivo di Manduria.

Wie schmeckt Primitivo?

Üppige Aromen verwöhnen den Gaumen: Backpflaumen, Brombeerkompott und Rosinen, garniert mit einem Hauch Nelke und Zimt.
Ob nun der Zinfandel oder der Primitivo die "bessere" Variante der Rebsorte darstellt, ist eine gern diskutierte Frage unter Weinliebhabern. Auf keinen Fall muss sich der Auswanderer hinter seinem italienischen Bruder verstecken. Im Vergleich zum Apulier präsentiert sich der rote Zinfandel oft mit würzigeren Aromen und manchmal etwas mehr reifer Brombeere. Charakteristisch ist beiden der Geschmack von reifen dunklen Beeren, Pflaumen, Nelken und Zimt. Wenn Holzfässer bei der Reifung zum Einsatz kommen, kann sich, je nach Fass-Toasting und Holzart, ein Nachklang von Vanille, Schokolade oder Kaffeebohnen hinzugesellen.

Welche Speisen passen zu Primitivo?

Der perfekte Grillwein. BBQ, Asado, Churrasco. Ihr Rost freut sich schon. Aber auch Pizza, Pasta, Party kann er echt prima.
Und welches Essen passt den nun dazu? Der Primitivo ist für seine Vielseitig berühmt. Deshalb ist er auch derart beliebt. Einer unserer Sommeliers nennt ihn den perfekten "PPP"-Wein. Pizza, Pasta, Party. Er ist einfach Everybody’s Darling; es gibt kaum jemanden der ihn nicht mag. Er ist einfach zu verstehen und sehr zugänglich. Selbst eingefleischte Biertrinker soll er schon zum Wein bekehrt haben. Super auch zum gemütlichen Netflix-Abend auf der Couch. Dank seines runden Körpers und seiner geringen Säure eignet er sich genauso gut zur Bolognese oder zur Arrabiata, wie auch zu orientalischen Linsengerichten oder sogar Kebap. Bei ihm drängt sich Grillgut geradezu auf; egal ob BBQ, Churrasco oder Asado; egal ob edles Wagyu-Rind, oder deftige Hausmannskost wie Bratwurst, Spare Ribs, Burger oder Auberginen. Und endlich mal ein Wein, bei dem wir nicht sparsam mit der Barbecue-Sauce umgehen müssen. Übrigens ist er auch einer der wenigen Rotweine, der zu feiner Schokolade passt.