Diven aus dem, Sauloch – Scherner-Kleinhanß

Klaus Scherner kann es einfach. Seine Burgunder sind von makelloser Schönheit und Eleganz. Auch wenn ihre Herkunft anderes erwarten ließe.

Deutsche Lagennamen sind alles – nur nicht zimperlich. Da wimmelt es von Nacktärschen, Ungeheuern, Höllenpfaden und Gerümpel. Aber ein Dalsheimer Sauloch sticht dann doch heraus. Auch wenn Mutige davon gern ein Fläschchen zur Wohnungseinweihung schenken – Genusserwartung sieht anders aus. Klaus Scherner nimmt es gelassen: "Man kann das Handicap auch als Chance begreifen." Zu dieser Maxime hat er allen Grund. Nicht nur zählen die Flörsheim-Dalsheimer Lagen zu den renommiertesten in . Klaus Scherner ist auch noch einer der best-ausgebildeten Winzer des Landes. Während andere sich ihre internationalen Erfahrungen mühsam aus Kurzpraktika und Urlaubsreisen zusammenklauben, hat Klaus Scherner nach dem Weinbaustudium viele Jahre als Kellermeister und önologischer Berater für Weingüter in Kanada und Kalifornien gearbeitet: "Es war diese Zeit des anything goes im internationalen Weinbau, als der weltweite Siegeszug von , & Co im Überseestil begann."

Als der Vater dann überlegte, den Familienbetrieb zu verpachten, entschied sich Sohn Klaus dafür, zurückzukehren und als Scherner der neunten Generation das 1726 gegründete Weingut zu übernehmen. Sofort machte er sich daran, den Rebenbestand zu erneuern und setzte auf – . Solch antizyklisches Handeln ist typisch für Klaus Scherner. Er erzeugte bereits Rosé-Sekte und Blanc de Noirs, als sich noch niemand etwas darunter vorstellen konnte. Andererseits vertraute gerade er, der Überseewinzer, auf eine alte deutsche Rebsorte, als die Kollegen diese für den trendigen Chardonnay großflächig herausrissen. "Ich hatte beide Rebsorten als Leiter unserer Versuchsanstalt in Kanada im Vergleich: Weißburgunder hat klar die Nase vorn", begründet er seine Entscheidung. Er hat Recht behalten.

Klaus Scherner ist berühmt für seine feinen, filigranen Weißburgunder und . Paradoxerweise fand er dafür im Dalsheimer Sauloch das ideale Terroir. Ähnlich wie im sind hier die Böden karg und mit Muschelkalk durchsetzt. So entsteigen dem Sauloch zwei Schernersche Diven in Weiß und Rot: mineralisch, nervig, immer etwas gereizt – aber unvergleichlich elegant.

Gotthard Scholz

(WEIN NEWS September 2012)

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