Tempranillo

Wer den idealen Einsteigerwein für Rotweinfans sucht, sollte bei dieser Rebsorte zugreifen. Ihr sofort präsenter Duft nach dunklen Beeren und Tabak, nach Kaffee oder Kakao und ihre geschmeidige Textur machen jede Kostprobe zum Erlebnis. In fast allen spanischen Anbaugebieten ist Tempranillo die wichtigste Rotweinrebe, die entweder reinsortig ausgebaut oder als wichtiger Bestandteil von Cuvées genutzt wird.

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Juan Ramón Lozano
"Añoranza Rosé", DO
Spanien 2020 rosé
Juan Ramón Lozano
"Añoranza", Crianza, DO
Spanien rot 2018
Bodegas Francisco Casas
"Berrendo" Selección, Toro DO, Casas
Spanien rot 2021
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"Camparron novum" Toro Tinto DO
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"Camparrón", Crianza, DO
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"Los Bayones Selección D'Oro" Toro DO
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"Los Bayones" Finca La Manga Single Vineyard, Toro
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"Los Bayones" Toro Tinto DO
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"Marques de Mejia" Rioja Tempranillo Blanco
Spanien 2021 weiß
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"Marques de Velilla Crianza",DO
Spanien rot 2019
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Bodegas Yuntero
"Mundo de Yuntero" Rosado
Spanien Bio rosé 2021
Bodegas Yuntero
"Mundo de Yuntero" Tinto DO
Spanien rot 2020 Bio
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"Ophicus" Selección Especial
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Juan Ramón Lozano
"Ophicus" Tempranillo, DO
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"Palacio de Primavera" Crianza
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"Prado Rey", "Elite" / Tempranillo, DO
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Bodegas Prado Rey
"Prado Rey", Crianza, Finca Valdelayegua DO
Spanien rot 2018
Bodegas Prado Rey
"Prado Rey", Roble, DO
Spanien rot 2020
Bodegas Lan
"Privado" Rioja Reserva
Spanien 2015 rot
Celler de Capçanes
"Sense Cap" Montsant DO
Spanien rot 2020
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Finca Venta de Don Quijote
"SOL" Tempranillo
Spanien rot Bio 2021

Tempranillo: Der Frühaufsteher mit dem sanften Wesen

Quantität sagt erstmal nichts über Klasse aus. Aber etwas über Beliebtheit. Und da ist die spanische Edelrebe Tempranillo innerhalb der letzten zwei Jahrzehnten vom Rang 24 der weltweit meistangebauten Rebsorten auf Platz 4 vorgestoßen. Bei den roten Sorten liegt sie sogar auf dem Bronzemedaillenplatz, gleich hinter Cabernet Sauvignon und Merlot. Das ist mehr als bemerkenswert für eine Traube, die im Wesentlichen in einem einzigen Land angebaut wird: Spanien. Die Iberer besitzen mit dem Tempranillo eine Vorzeigetraube, die qualitativ zu der Handvoll internationalen Edelreben gezählt wird. Der Name heißt übersetzt übrigens „Der kleine Frühe“, was sich auf den frühen Reifezeitpunkt der Trauben bezieht.

Am Anfang war die Rioja

Als Mitte des 19. Jahrhundert die Reblaus weite Teile Frankreichs verheerte, überschritten Winzer aus Bordeaux die Pyrenäen auf der Suche nach nicht betroffenen Weinbergen. In Nordspanien, an den Ufern des Ebros fanden sie westlich von Logroño eine damals nur lokal bekannte Rebsorte namens Tempranillo, die ihren hohen Qualitätsanforderungen entsprach. Mit französischem Knowhow entstand die geschützte Herkunftsbezeichnung bzw. Denominación Rioja, die über mehr als ein Jahrhundert gleichbedeutend mit spanischem Rotwein werden sollte.

Der Geschmack: Beeren, Leder und Seidigkeit ohne Ecken und Kanten

Fragt man beim Tempranillo nach dem Wesen des Erfolgs, dann liegt er in seiner Ausgewogenheit. Alles an der Rebsorte ist balanciert, nichts sticht im aromatischen Sinne unangenehm hervor. Sie hat nichts Kratzendes oder Adstringierendes am Gaumen, die Tannine sind zurückhaltend, geschliffen und wunderbar seidig. Die Würze von neuem Leder und Zigarrenkiste gibt dem Tempranillo eine edle Ausstrahlung, bleibt aber vornehm im Hintergrund. An der Frucht ist nichts Vorlautes oder Markantes, die Noten von roten und dunklen Beeren sind präsent auf die angenehme Art. Winzerlegende Juan Carlos de Lacalle hat es einmal mit der Bemerkung auf den Punkt gebracht, dass Tempranillo ganz ohne Ecken und Kanten eine immense Tiefe der Aromen erreicht. 

 Crianza und Reserva: Tempranillo und das Barrique

Die Entdecker des Tempranillos brachten aus dem Bordeaux eine innovative Kellertechnik mit: kleine Fässern aus neuer Eiche, das Barrique. Die herausragenden Weine reifen als Crianza, Reserva oder Gran Reserva im kleinen Holzfass. In Spanien wird für die Fässer traditionell die hier vorherrschende amerikanische Eiche verwendet. Diese ist würziger als die französische Eiche und prägt den Wein deutlich mit Aromen von Röstung, Vanille und Kokos. Das Zusammenspiel von Tempranillo und amerikanischer Eiche in den Crianzas und Reservas ergab einen bis dato nicht gekannten, höchst attraktiven Geschmack, der zu einem Alleinstellungsmerkmal von großen Tempranillos werden sollte.

Food Pairing: Tapas, Chorizo, Nüsse, Aubergine, Kaninchen, Lamm 

Tempranillo gilt als exzellenter Allrounder an Tafel und Buffet. Selbst dort, wo Rotweine als unpassend gelten wie beispielsweise zu Fisch, kann ein Tempranillo Rosé oder der rare Tempranillo Blanco großartige kulinarische Erlebnisse bescheren. Als Rotwein bietet Tempranillo die gesamte Range. Ein Glas junger „Joven“ passt hervorragend zu einem improvisierten Tapas-Teller oder zur Chorizo beim Grillfest. Ambitioniertere Grillkreationen, aber auch geschmortes Kaninchen sind bei einer fassgereiften, mit feinen Röstnoten ausgestatteten Tempranillo Crianza bestens aufgehoben. Wenn Sie intensive Gerichte z.B. aus Aubergine, orientalischen Gewürzen und Nüssen im Backofen zaubern, darf es gern eine Tempranillo Reserva sein. Gleiches gilt für gegrilltes Lamm-Karree oder eine Lammkeule mit Rosmarinkruste. 

Spanische Anbaugebiete: Rioja, Ribera del Duero, Toro 

Tempranillo-Weinberge finden sich heute in ganz Spanien. Doch drei Regionen stechen heraus. Die Rioja ist in weiten Teilen durch ein atlantisches Klima geprägt. Dies gibt dem Tempranillo eine kühle, noble Ausstrahlung und eine seidige Eleganz. Vor rund vierzig Jahren kam mit der Ribera del Duero nördlich von Madrid ein weiteres hochwertiges Anbaugebiet hinzu, das zur Rioja eine innige Konkurrenz pflegt. Dank des kontinentalen Klimas auf der spanischen Hochebene fallen die Tempranillos der Ribera del Duero druckvoller und expressiver in der Frucht aus. Klimatisch vergleichbar ist der Aufsteiger Toro nahe der portugiesischen Grenze. Da hier eine sehr alte Spielart des Tempranillo vorherrscht, zeigen sich die Weine noch würziger und dunkelbeeriger. 

Tempranillo in Portugal: Douro und Alentejo 

Tempranillo hat auch in Portugal einen bedeutenden Anteil an der Weinbergsfläche. Anders als in Spanien wird Tempranillo in Portugal allerdings meist in Cuvées eingesetzt. Im Douro, der Portwein-Region im Norden, tritt er größtenteils zurück hinter Touriga National und Touriga Franca. Reinsortig oder cuvéeprägend ist Tempranillo unter dem Namen Aragones in der aufstrebenden Weinregion Alentejo im südlichen Portugal. Stilistisch sind diese Tempranillos mediterraner geprägt, also mit Aromen von Beerenkompott und Kräutern. 

Der Rosado: Tempranillo Rosé 

Tempranillo ist die wichtigste Rebsorte für spanische Rosados. Sie sind in der Regel druckvoller und „rotweiniger“ als Rosés beispielsweise aus Südfrankreich. Zu roten Beerenaromen gesellen sich gern kirschige Noten. 

Der Weißwein: Tempranillo Blanco

Ende des letzten Jahrhunderts wurden an roten Tempranillo-Weinstöcken weiße Trauben entdeckt. Dieses scheinbare Wunder erwies sich als eine seltene Mutation, die außer in der Farbe mit der roten Traube genetisch identisch ist. Die Weinstöcke wurden selektioniert und gezüchtet. Die Anbaufläche der weißen Spielart Tempranillo Blanco ist noch verschwindend gering, doch gilt die Rebsorte als weißer Hoffnungsträger mit großem aromatischem Potential. 

Die Rebe mit den achtzig Namen 

Es ist immer ein Zeichen für das historische Alter einer Rebsorte, wenn sie unter vielen lokalen Namen in vielen Regionen und Ländern verbreitet ist. Tempranillo bringt es auf nicht weniger als achtzig lokale Namen auf drei Kontinenten. In Spanien firmiert sie u.a als Tinta Fina in der Ribera del Duero, Cencibel in Kastilien oder Tinta de Toro in Toro. In Portugal ist sie als Aragones und Tinta Roriz bekannt, in Lateinamerika als Jacibiera. Der rasante Anstieg der Tempranillo-Rebflächen ist auch darauf zurückzuführen, dass die Identität dieser lokalen Rebsorten mit Tempranillo erst nach und nach bekannt wurde. Als Anfang des Jahrtausends nachgewiesen wurde, dass es sich bei der Tinta de Toro um eine alte Spielart des Tempranillos handelt, stieg die Rebfläche quasi über Nacht um mehrere tausend Hektar. 

Tempranillo: Eingewandert oder ein echtes spanisches Eigengewächs?

Viele Geschichten ranken sich um die Herkunft des Tempranillo. Die wichtigsten Anbaugebiete – Rioja, Ribera del Duero, Toro – befinden sich am Jakobsweg oder dessen räumlicher Nähe. Da lagen Legenden nahe, es handle sich beim Tempranillo um einen noblen Spross aus dem Burgund, der Lombardei oder einer Züchtung aus Cabernet und Pinot Noir, den einst pilgernde Mönche ins Land brachten. Erst neueste DNA-Analysen beweisen, dass Tempranillo aus der Kreuzung zweier uralter spanischer Rebsorten entstanden ist. Tempranillo ist somit zweifelsfrei Spaniens Beitrag zu den internationalen Edelreben.