Prämierte Weine

Weine mit Auszeichnung – Goldmedaillen, Parker-Punkte und Sterne

Sie begegnen uns allerorten: Weine, auf denen eine Goldmedaille oder eine Punktezahl prangt oder Weingüter die sich mit Sternen schmücken. Bei der Vielzahl an Wettbewerben, Bewertungssystemen und Weinführern ist es nicht immer ganz leicht, den Überblick zu bewahren. Halten wir aber fest: Ein Wein mit Auszeichnung ist Expert:innen positiv aufgefallen. Das hebt ihn von nicht-ausgezeichneten Weinen ab. Auszeichnungen sind daher Qualitätssigel für Weinfreunde. 

Filter
Weingut Peth-Wetz
"d'une Nuit" Rosé
2021 Deutschland Rheinhessen Roséwein
15% sparen
Bodegas De Famillia Burgo Viejo S.L.
"Palacio de Primavera" Crianza
2018 Spanien Rioja Rotwein
Valdonica
Arnaio, DOC, Valdonica
2017 Italien Toskana Rotwein
Virna
Barolo del Comune di Barolo, DOCG, Borgogno
2014 Italien Piemont Rotwein
SCEA du Château de Langalerie
Château de Bleyzac, AOP
2017 Frankreich Bordeaux Rotwein
Neiss
Dornfelder halbtrocken
2018 Deutschland Pfalz Rotwein
Vignerons de Cascastel
Fitou Selection Vieilles Vignes Terroir d'Altitude
2016 Frankreich FITOU Rotwein
Nonino Distillatori
Grappa Vendemmia Riserva di Annata 0,5
Italien Friaul SPIRITUOSEN
Weingut Peth-Wetz
Grauburgunder
2021 Deutschland Rheinhessen Weißwein
Schlossmühlenhof
Grauer Burgunder
2021 Deutschland Rheinhessen Weißwein
Kilikanoon
Grenache Kelly 1932
2013 Australien SOUTH AUSTRALIA Rotwein
Weingut Stadt Krems
Grüner Veltliner, Selection Margarethe
2020 Österreich Niederösterreich Weißwein
Edel
Hefebrand Barrique 0,7
Deutschland Mosel SPIRITUOSEN
Vinovalie
Malbec VdP Tarani
2020 Frankreich SÜDWEST-FRANKREICH Rotwein
Château St. Jacques d'Albas
Petit St Jacques rouge, Pays d'Oc, IGP
2020 Frankreich Languedoc-Roussillon Rotwein
Reh
Riesling Alte Reben
2020 Deutschland Mosel Weißwein
Kruger-Rumpf
Riesling Nahe Nord II, QW, trocken, Kruger-Rumpf
2020 Deutschland Nahe Weißwein
Weingut Alexander Flick
Riesling, QW, trocken, Westhofener Morstein, Flick
2020 Deutschland Rheinhessen Weißwein

Für eine genauere Einschätzung, was eine Medaille oder eine Punktzahl nun bedeutet, sind weitere Informationen hilfreich. Bei dem einen Wettbewerb bedeutet Gold die höchste Auszeichnung, andere kennen darüber noch das Große Gold. Bei dem einen Weinführer sind 3 Sterne die Höchstwertung, beim anderen sind es 5 Sterne. Manchem gehen die Punktbewertungen locker von der Hand, andere sind da weitaus kritischer. Und: Auch die höchste Bewertung ist keine Garantie, dass Ihnen der Wein persönlich auch schmeckt.

Versuchen wir also, etwas Ordnung in den Dschungel zu bringen.

Goldmedaillen und Weinwettbewerbe

Medaillen werden in aller Regel auf Wettbewerben vergeben. Nur wer seine Weine auch einreicht, nimmt daran teil. Anders als bei der Olympiade gibt es die Medaillen nicht nur einmal, sie werden vielfach vergeben. Die Gewinner im allgemeinen Verständnis erringen daher nicht nur Gold, sondern ein Großes Gold oder gelegentlich Doppelgold. Einfaches Gold steht für einen bestimmten Qualitätsstandard, auf den sich die Jury vorher verständigt hat. Das Große Gold steht für die herausragenden Weine des Wettbewerbs. Wie im Sport gibt es Kreismeisterschaften, nationale Wettkämpfe und internationale Top-Ereignisse. Die Farben der Medaillen sind allerdings überall gleich.  

Regionale und nationale Goldmedaillen

Regionale Medaillen wie in Deutschland die Goldene Kammerpreismünze oder die sehr ausgeprägte regionale Wettbewerbskultur in Frankreich sind deutlich besser als ihr Ruf. Die Jurys kennen die Besonderheiten lokaler Rebsorten und ihr Terroir genau. Die Weine werden also nicht über den Leisten eines internationalen Geschmacks geschlagen, sondern in ihrer Eigenheit gewürdigt.

Nationale Wettbewerbe sind sehr aussagekräftig, zumal wenn es sich um tatsächliche Meisterschaften handelt, wie z.B. den besten Carménère Chiles oder den besten Shiraz Australiens. In Frankreich ragt dabei eine Auszeichnung weit heraus: Die Medaille des französischen Landwirtschaftsministeriums im Concours Général Agricole, in Deutschland meist als „Gold in Paris“ bezeichnet. Wenn diese Medaille auf einem Wein prangt, kann man unbesehen zugreifen.  

Auszeichnungen auf internationalen Wettbewerben

Die Qualität internationaler Wettbewerbe hängt sehr von der Kompetenz der ebenfalls international besetzten Jury ab. Man tritt niemandem mit der Behauptung zu nahe, dass bei der Prämierung ein Hang zum Mainstreaming besteht, müssen die ausgezeichneten Weine doch der französischen Sommelière ebenso schmecken wie dem chinesischen Fachjournalisten.  

Einen herausragenden Ruf genießen die Jurys dreier in England stattfindender internationaler Wettbewerbe:

Decanter World Wide Awards (DWWA) der renommierten Zeitschrift Decanter

International Wine and Spirit Competition (IWSC): Viele Master of Wine in der Jury

International Wine Challenge (IWC): Gold ab 95 Punkten, Silber ab 90 Punkten

Zwei bedeutende internationale Wettbewerbe in Deutschland treffen tendenziell den hierzulande vorherrschenden Geschmack. Die Medaillen sind daher für eine Kaufentscheidung äußerst hilfreich:

Mundus Vini

Bei diesem Wettbewerb wird neben Gold auch Großes Gold vergeben. Die Besonderheit: Die Medaillen werden nicht absolut, sondern nach Kategorien vergeben wie „Weine unter 4 €“. Das heißt, das Preis-Genuss-Verhältnis fließt in die Wertung ein.

Berliner Wein Trophy

Auch hier gibt es neben dem Gold ein Großes Gold. Allein die Zahl der eingereichten Weine – 14.000 aus 40 Ländern – verdeutlicht die Bedeutung des Wettbewerbs für den deutschen Markt.

100 Punkte von Robert Parker, James Suckling, Tim Atkins und Co. 

Der amerikanische Weinjournalist Robert Parker begann in den Siebziger Jahren, Weine nach US-amerikanische Schulnoten zu bewerten. Dieses 100-Punktesystem – kurz: Parkerpunkte, noch kürzer: PP – hat sich heute weltweit durchgesetzt. Die Einteilung ist:

96-100 Punkte: außerordentlich

90- 95 Punkte: hervorragend

80-89 Punkte: überdurchschnittlich bis sehr gut

70-79 Punkte: durchschnittlich

Geringere Punktzahlen für unterdurchschnittlich und inakzeptabel werden vielleicht bei Verkostungen vergeben, aber nicht veröffentlicht.

Robert Parker begründete das Zeitalter der Weinpäpste, in dem zeitweilig das Wohl und Wehe von Top-Weingütern von den Bewertungen und damit dem Geschmack von Kritikern abhing. Diese Zeit ist mittlerweile vorbei. Dennoch spielen Punktzahlen für die Kundenorientierung und damit die Vermarktung immer noch eine große Rolle. Die wichtigen US-amerikanischen, deutschen, spanischen und britischen Weinführer und Fachzeitschriften haben das Parkersystem übernommen.

Geschmack ist subjektiv. Robert Parker beispielsweise bevorzugte lange Zeit üppige, Barrique-lastige Rotweine mit kompottartiger Frucht. Anderen waren solche Weine ein Gräuel. Eine solche Konfrontationsstellung zwischen Experten ist heute nicht mehr vorhanden. Sicherlich gibt es Abweichungen in den Bewertungen, die Richtung allerdings stimmt in aller Regel überein.

Zu den einflussreichen Weinkritikern sind heute neben Robert Parker (der mittlerweile zur Marke geworden ist und ein Team von Verkostern hat) noch James Suckling (auch er beschäftigt Mitarbeiter und hat eine große Kompetenz für deutsche Weine) und Tim Atkin (Schwerpunkte Bordeaux, Spanien, Südafrika, Lateinamerika) zu nennen. Wichtige und renommierte Fachjournale mit 100 Punkte-Bewertungen sind der britische Decanter oder die US-amerikanischen Wine Spectator und Wine Enthusiast. In Italien ist einzig Luca Maroni mit Punkten unterwegs. Anders als alle andere bewertet er die Weine nicht absolut, sondern nach dem Preis-Genuss-Verhältnis. So bekommt dann schon mal ein günstiger Landwein 99 Punkte. Den Handel freut’s.

20 Punkte von Jancis Robinson

In Europa wurden die Weine traditionell nach einem 20 Punkte-Schema bewertet.

Die Einteilung ist:

10 – 12 Punkte: zufriedenstellend

12 – 14 Punkte: gut

14 – 16 Punkte: sehr gut  

16 – 17 Punkte: ausgezeichnet

18 – 20 Punkte: hervorragend

Die bedeutendste Verfechterin des 20-Punkte-Schemas ist die Britin Jancis Robinson. Sie begreift dies  auch als Wahrung eines europäischen Weinstils. Ihre außerordentlich profunden Bewertungen orientieren sich an Regionalität, Terroir, Finesse und Eleganz.

Insgesamt ist dieses System jedoch auf dem Rückzug. Die deutsche Zeitschrift Vinum hat beispielsweise 2021 auf das 100-Punkte-Schema umgestellt.

Sterne, Gläser und Trauben – die wichtigsten Weinführer

Die Restaurantführer haben es vorgemacht: Sterne vergeben für die Gesamtleistung eines Betriebs. In Deutschland und Österreich wurde dies von Weinführern auf Weingüter übertragen. In anderen Ländern bewerten die Guides Einzelweine nach unterschiedlichen Systemen.

Weinführer Deutschland: Gault & Millau, Eichelmann, Vinum Weinguide, Fallstaff

Für die Bewertung von Weingütern hat sich in Deutschland ein Fünf Sterne System (im Gault & Millau: Trauben) durchgesetzt:

1 Stern – gutes Weingut

2 Sterne – sehr gutes Weingut

3 Sterne – regionales Spitzenweingut

4 Sterne – deutsches Spitzenweingut

5 Sterne – Weingut von Weltklasse

Die vier Weinführer Gault & Millau, Eichelmann, Vinum Weinguide und der auch österreichische Güter bewertende Falstaff liegen dabei nicht immer auf einer Linie. Unterschiede von 2 Sternen sind allerdings eher selten.

Die Sterne treffen eine Aussage über die Gesamtleistung. Vier und Fünf Sterne bekommen Weingüter vor allem wegen ihre oftmals sehr teuren Lagenweine und Großen Gewächse. Im Bereich der Guts- und Rebsortenweine hat die Anzahl der Sterne nur eingeschränkte Aussagekraft. Hier sollte man sich eher an den Punktzahlen des jeweiligen Weins orientieren.

Gambero Rosso, Guide Hachette, Guia Peñin & Co.

Gerade in großen Weinbaunationen gibt es viele Weinführer, ob gedruckt oder online. Die hier getroffene Auswahl orientiert sich am internationalen Renommee und somit der Bedeutung für Deutschland. Bei allen Führern gilt: Allein die Tatsache, in den Führer aufgenommen zu werden, spricht für die Qualität eines Erzeugers.

Italien: Gambero Rosso, Merum

Der Gambero Rosso – der rote Hummer – gilt hierzulande als Bibel für italienischen Wein. Er bewertet Weine mit ein, zwei oder drei Gläsern. Besonders den Tre Bicchieri, den drei Gläsern, kommt eine große Bedeutung zu. Diese werden in einer großen nationalen Verkostung vergeben. Weine, die es in diese Verkostung, aber nicht zur Auszeichnung gebracht haben, erhalten zwei rote Gläser.


Von uns hoch geschätzt und oftmals über Kreuz mit dem Gambero Rosso liegend, sind die Drei-Herzen-Bewertung der Zeitschrift MERUM. Andreas März und seine Mitstreitenden bewerten streng und ausschließlich nach Sortentypizität und regionaler Herkunft. Internationale Reben und Machart sind der MERUM ein Gräuel.

Frankreich: Guide Hachette

Frankreich ist das Land der tausend Weinwettbewerbe und Goldmedaillen. Weinführer wie der Guide Hachette treten dahinter etwas zurück. Er ist der Führer mit der größten internationalen Ausstrahlung. Bewertet werden Weine mit ein bis drei Sternen.

Spanien: Guia Peñin

Wer sich für spanischen Wein interessiert, dem geben die nach dem 100-Punkte-Schema bewerteten Weine im Guia Peñin eine sehr gute Orientierung

Südafrika: Platter’s Wineguide

Der nach einem  5-Sterne-System für Einzelweine aufgebaute Führer ist der Maßstab in Südafrika.

Australien: Halliday Wine Companion

James Haliday ist der Robert Parker Australiens. Seine 100-Punkte-Bewertungen für Einzelweine sind die Währung für Qualität. Weingüter bewertet er mit maximal 5 Sternen.

Punkte, Sterne, Medaillen – ein Resumée

Auch für jemanden, der sich täglich damit beschäftigt, ist es schwer bei Auszeichnungen den Überblick zu bewahren. Drei Dinge lassen sich allerdings festhalten:

Gefälligkeitsmedaillen und –bewertungen sind die Ausnahme. Weingüter und auch die Wettbewerbe selbst haben zu viel zu verlieren.

In das Dickicht der Blogger, Online-Bewertungen etc. sollten Sie sich mit Vorsicht hineinbewegen. Nicht jeder und jede, die zwanzig Flaschen Wein getrunken hat, ist schon Experte. Allerdings: Auch Jancis Robinson bloggt.

Alle hier erwähnten Wettbewerbe, Kritiker:innen(-teams) und Weinführer arbeiten seit langem professionell und erfolgreich. Auch wenn wir nicht jede Bewertung teilen, so wissen wir doch, dass hier nach überprüfbaren Qualitätskriterien geurteilt wird.

Merke: Was Golden glänzt, verdient kein Mißtrauen.