DREI TREFFER FÜR DEN ROST
Sobald die Kohlen zu glühen beginnen, verändert sich die Stimmung ganz von selbst: Der Alltag rückt in den Hintergrund und der Abend wird zunehmend behaglich. Es duftet nach Kräutern, Rauch und Sommer, Gläser werden eingeschenkt, erste Kostproben wandern vom Grill auf die Teller. Man kommt zusammen, probiert, genießt, bleibt länger sitzen als geplant. Wir haben für Sie drei Weine ausgesucht, die wie geschaffen sind für diese besonderen Genussmomente.
Unsere BBQ-Favoriten
Machen Sie es sich und Ihren Gästen einfach und setzen Sie auf leichte Weine, die aber durchaus aromatisch sein sollten.
Denn wie so häufig im Leben sind auch beim Grillen die äußeren Werte leider nicht ganz unwichtig: Geschmacklich bestimmend ist nicht allein das Grillfleisch, sondern die oft würzigen oder exotischen Dips und Marinaden. Sie verlangen nach Weinen, die daneben nicht wie Wasser wirken. Denn dann greift der geneigte Grill-Gourmet doch bloß wieder zum Gerstensaft.
Ein herzhafter Grauburgunder, der Kraft und Fülle mit Finesse und Frucht verbindet, passt zum Sonnenschein genauso hervorragend wie zur Grillwurst. Auch mit den rauchigen Bratwurst-Noten und den starken Aromen von Senf und Ketchup kann er mühelos mithalten. Ein kühler Rosé aus dem Languedoc oder dem Veneto schmeckt ebenfalls herrlich zum Brutzler. Wer Geflügel (oder auch Tofu oder Seitan) in provenzalischer Kräutermarinade liebt, kommt an einem Sauvignon Blanc nicht vorbei. Und zum klassischen Schweineschnitzel oder Nackensteak tischen Sie einen feinfruchtigen fränkischen Silvaner auf, dessen leichte Nussigkeit vorzüglich mit Grillaromen harmoniert.
Die Forelle im Kräuterbett schwimmt dagegen am liebsten in Riesling! Für das pure Vergnügen sollte dieser aber etwas üppiger und nicht zu säurebetont sein. Und für unsichere Grillfreunde haben wir den perfekten Tipp parat: Wer die Weinvielfalt verflucht und stets einen Allrounder sucht, dem sei gesagt: Steht in der Kühlbox stets ein Weißburgunder, ist der Geschmack ein endlos runder.
Lassen Sie, wie bereits gesagt, den 15 Jahre gereiften Château de Haute Noblesse im Keller und servieren Sie stattdessen einen jungen spanischen Tinto Joven oder eine kraftvolle Crianza, zum Beispiel aus der La Mancha. Diese Weine zeichnen sich durch eine saftige Beerenfrucht aus, die eine perfekte Antwort auf ein ebenso saftiges Steak ist. Hinzu kommen die Würze des Holzfasses, die runden Tannine und die milde Säure der Tempranillo- und Garnacha-Weine. Wer sich traut, sollte zum Fisch auch mal einen Rotwein probieren, denn zu den Holzkohle-Aromen passen samtig-fruchtige Spätburgunder, St. Laurents oder Lemberger aus Deutschland oder Österreich oft wunderbar.
Ein echter Geheimtipp: Weit entfernt von der klebrigen Süße, die früher leider das Bild dieses Italo-Klassiker dominierte, bietet gekühlter, trockener Lambrusco an heißen Grilltagen ein herrlich erfrischendes Trinkvergnügen zum kleinen Preis: Mit überbordenden Kirsch- und Himbeernoten sowie seinen prickelnden Perlen hat er genug Stoffigkeit im Mund, um sich ideal mit knusprigem Grillfleisch und herzhaften Saucen zu perfekter Harmonie zu verbinden.
Wenn Sie sich nur eine Regel zum Wein- und Grillvergnügen merken können, dann diese: kühlen, kühlen, kühlen – und zwar auch Rotwein! Denn an heißen Tagen erwärmt sich der Rebsaft im Glas im Wurstumdrehen um bis zu 0,5 °C pro Minute. 10–12 Grad Einschenktemperatur sind daher auch für die roten Tropfen kein Problem. Denn Rotwein wird meist eh zu warm getrunken – und beim Barbecue erst recht.