Leuchtfeuer im Languedoc

Château Haut-Blanville

Grandios: Mit den "Riva"-Weinen hat sich das Château Haut-Blanville endgültig in der ersten Liga festgespielt.

Seit einigen Jahren hat unser wackerer Weineinkäufer Vitus die Arbeitsbedingungen für mich drastisch verschärft: Ich muss alles "blind" probieren, das heißt die Probeflaschen in unserem Verkostungsraum sind verhüllt, und so weiß ich nie, was ich bekomme, wenn der geschätzte Kollege mir mal wieder tüchtig einen einschenkt. Damit versucht er – meist erfolgreich – zu verhindern, dass ich bestimmte Weine, an denen mein Herz hängt oder wo ich die Winzer besonders mag, gegen rationale Argumente ins Sortiment schmuggle.

Bei einer unserer letzten Blindproben von jeweils ca. 20 Rot- und Weißweinen gab es in beiden Rubriken jeweils einen überragenden Sieger. Nachdem die Mützchen von den Flaschen gelupft waren, konnte ich in diesem Falle jedoch hocherfreut feststellen, dass es sich um ein von mir sehr geschätztes Geschwisterpaar handelte: Die Premium-Linie "Riva" des formidablen Châteaus Haut-Blanville aus dem . Ob der Weiße oder der Rote: Diese Nobel-Abkömmlinge des prachtvollen Châteaus sind veritable Königskinder! Das gefällt mir auch noch aus einem anderen Grund ganz gut: Obwohl ich Ihnen die überaus geglückten Einstiegsweine von Haut-Blanville schon letztes Jahr im Juli als "meine spannendste französische Weinentdeckung der letzten fünf Jahre" vorgestellt hatte, zeigten sich einige unserer Kontorleiterinnnen und Kontorleiter von der Begeisterung des betagten Weinhändlers völlig unbeeindruckt (das passiert mir öfters mal, ist halt der Nachteil einer in weiten Strecken basisdemokratischen Unternehmenskultur) und haben diese schönen Gewächse nach Aktionsschluss gnadenlos aus ihrem Vor-Ort-Sortiment gekegelt. Nun bleibt ihnen aber dank dieser Titelstory nix anderes übrig, als die Weine erst mal wieder zu integrieren – und ich bin ziemlich sicher, dass spätestens mit den famosen Riva-Gewächsen dem Château der endgültige Durchbruch nicht nur bei Ihnen, sondern auch bei unseren gestrengen Kontorkollegen gelingen wird!

Aber nun genug aus dem Nähkästchen geplaudert, widmen wir uns den Erzeugern und ihren Weinen: Mit Château Haut-Blanville haben sich der ehemalige Bankier Bernard Nivollet und seine Gattin Béatrice einen Lebenstraum erfüllt. Unweit der Stadt Pézenas residieren sie in einem stilvollen Schloss aus dem Jahre 1755. Dort haben sie die besten Terroirs der Gegend akribisch erforschen und 47 Hektar mit Weinreben bepflanzen lassen. Die Qualität entsteht bekanntermaßen im Weinberg, und so werden die Erträge bewusst niedrig gehalten, um eine entsprechende Konzentration von Aroma- und Mineralstoffen in den Beeren zu erlangen. Nur 25 Hektoliter pro Hektar für die und maximal 40 Hektoliter für die werden hier geerntet, das ist Grand-Cru-Classé-Niveau! Gelesen wird ausschließlich per Hand, anschließend wird Beere für Beere auf einem Sortierband akribisch nachselektiert. Im Keller passiert dann nur noch das Allernötigste mit langer Reifung auf der Feinhefe und dem anschließenden Ausbau in Holzfässern. Das Ergebnis sind brillante Gewächse mit Statur und Charakter und, bedingt durch die Höhenlagen des Châteaus, einer erfreulich "kühlen" Stilistik. Wer noble, lebhafte und charaktervolle Gewächse jenseits von Trinkmarmelade liebt, wird hier auf seine – überraschend moderaten – Kosten kommen.

Gerd Rindchen
(WEIN NEWS November 2015)

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