Das Tor zur Wärme – Graziano Prà

Wenn die Berge flacher werden, gehen die Weine steil: Am Südrand der Alpen zeigt Graziano Prà, was aus den Pizza-Begleitern Soave und Valpolicella alles werden kann: Richtig großer Stoff!

Göschenen: Bei der Einfahrt in den Gotthardtunnel kommt der Scheibenwischer kaum gegen den Regen an. Draußen sind es 17 Grad. Bei der Ausfahrt in Airolo – wo ist die verdammte Sonnenbrille – 26 Grad und wolkenloser Himmel. Oder über den Brenner: Die Alpen werden immer flacher, da kommt Rovereto in Sicht. Jetzt sind es nur noch wenige Kilometer zum grandiosen Gardasee.

Das sind die norditalienischen Momente, die man nicht vergisst: Die Seen, die Berge, das Tor zur Wärme. Die meisten Weine, die dort getrunken werden, passen sich der Leichtigkeit der Urlaubsgefühle an: Fröhliche Weine, mit denen man Fisch und Pizza herunterspülen kann, wenn die Sonne hinter den Bergen versunken ist. Graziano Prà jedoch fasst das Thema Weingenuss grundsätzlicher an. Seine Hügellagen rund um Monteforte d’Alpone haben mit Massenanbau nichts zu tun, wie sein Soave eindrucksvoll demonstriert. Der Winzer setzt ausschließlich auf die autochthone Rebsorte Garganega und verzichtet darauf beizumengen. Auf steinigen Böden mit geringen Hektarerträgen arbeitet Graziano hart für sein kerngesundes Lesegut. Das Ergebnis ist eines der besten weißen Gewächse Italiens.

Vor einigen Jahren hat sich Graziano Prà überdies einen lang gehegten Lebenstraum erfüllt: Über Jahre hatte er jungfräuliche, also noch nie mit Wein bestockte Parzellen in den potenziell besten, höchstgelegenen Lagen des Valpolicella-Classico-Gebietes erworben. Dort hat er die traditionellen Reben des Valpolicella, also Rondinella, Corvina und Molinara gepflanzt und bewirtschaftet die Weinberge streng biologisch. Auf Grund der Reinheit der Böden und der Natur dort oben, hat er seinen Valpolicella "Ca’ Morandina" getauft – übersetzt "Einhorn" als Symbol für das Pure und Reine. Das Ergebnis ist ein echter "Bergwein": Zupackend, lebendig, voller Saft und Kraft, dabei aber schlank und mit herzhafter, animierender Frucht.

Besonders arbeitsintensiv ist die Herstellung des "Ripasso": Ein fertig vergorener Wein wird mit getrockneten Traubenschalen versetzt, was eine zweite Gärung auslöst. Zusätzliche Gerb- und Farbstoffe gelangen in den Wein – die Intensität wächst in beeindruckender Weise. Konzentrierter und dichter können Sie einen Valpolicella nicht erleben, zumal er vom norditalienischen Meister selbst stammt: Graziano Prà.

 

Gerd Rindchen/Wendelin Niedlich

(WeinNews März 2012)

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