Der Dornfelder – ein Jungspund aus Deutschland

Die Geschichte von der Geburt des Dornfelders klingt wenig romantisch: Er erblickte 1955 in der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg bei Heilbronn das Licht der Welt. Dabei kann er auf einen beeindruckenden Stammbaum verweisen: Er entstand als Kreuzung der Rotweinsorten Helfensteiner und Heroldrebe, die beide ebenfalls in Weinsberg erschaffen wurden. Der Helfensteiner war seinerseits eine Kreuzung aus Frühburgunder und Blauem Trollinger, während die Heroldrebe aus dem Blauen Portugiesen und dem Lemberger (Blaufränkisch) entstand.

Taufpate für den Dornfelder war der 1869 in Weinsberg verstorbene Immanuel Dornfeld, der die Einrichtung nur ein Jahr zuvor als Königliche Weinbauschule gegründet hatte. Ursprünglich war der Dornfelder nur als Verschnittpartner für andere Rotweine gedacht und sollte diesen eine intensivere rote Farbe verleihen. Doch dank seines hohen Ertrags und seiner Anspruchslosigkeit im Anbau avancierte er zu einer beliebten Rebsorte, die zunehmend sortenrein angebaut wurde. Insbesondere in der Pfalz und in Rheinhessen haben Winzer wie Axel Neiss oder Lukas Kesselring den Dornfelder zum modernen Klassiker entwickelt. Wurde der Dornfelder zunächst fast ausschließlich trocken angebaut, ist er heute auch halbtrocken und lieblich erhältlich.

Saftig, beerig und mit gutem Preis-Genussverhältnis: eine deutsche Erfolgsgeschichte

Als der Dornfelder 1979 seine Zulassung vom deutschen Sortenamt erhielt, wuchsen die Reben auf gerade einmal 100 Hektar Fläche. Mittlerweile sind es rund 8.000 Hektar, die fast 8 Prozent der gesamten Weinbaufläche Deutschlands ausmachen. Beim Rotweinbau belegt er damit den zweiten Platz hinter dem Spätburgunder (Pinot Noir). Da die Weinreben sehr ergiebig sind, kann der Dornfelder mit günstigen Preisen bei hoher Qualität punkten. Nicht alle Trauben des Dornfelders wandern ins Weinfass: Die großen, süßen, saftreichen Trauben werden auch als Tafeltrauben geerntet und vermarktet. Außerhalb Deutschlands ist die Rebe bislang jedoch eher wenig verbreitet. Kleinere Anbauflächen befinden sich in der Schweiz, in Tschechien, in Kalifornien und sogar in Japan.

Rot, Rosé oder Blanc de Noir: Der Dornfelder ist ein Multitalent

Als Rotwein zeichnet sich der Dornfelder durch seine dunkle, violettrote Farbe und sein fruchtiges Aroma aus. Da er wenige Gerbstoffe (Tannine) aufweist, steht die Rebsorte für das unkomplizierte Genießen in Rot. Den Duft prägen Aromen von Sauerkirsche, Holunder und Brombeere. Leicht gekühlt ist er der perfekte Wein für lange Sommerabende auf der Terrasse und für die Grillfeier. Bei längerer Lagerung im Holzfass entwickelt Dornfelder ein gewisse Struktur und Würze, die ihn zu einer wunderbaren Begleitung für herzhafte Fleischmahlzeiten und regionalen Spezialitäten machen.

Eine zweite Erfolgsgeschichte erlebt der Dornfelder gerade als Roséwein, wo er mit seinen fruchtigen Komponenten geschmacklich punkten kann. Winzer wie Christian Peth oder Nicolas Michel vom Schlossmühlenhof haben deutsche Rosé vom Image des Verstaubten befreit und an die qualitative Spitze geführt. Dabei kombinieren sie Dornfelder mit Portugieser, Spätburgunder oder St. Laurent.

Die Stärke des Dornfelders ist seine Vielseitigkeit. Er überzeugt nicht nur als trockener Rotwein sondern kann auch in seiner lieblichen oder halbtrockener Spielart begeistern.

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