Chianti – Der edle Rotwein aus der Toskana

Chianti und Italien – das gehört für viele zusammen, erinnert es doch an den letzten Urlaub zwischen den sanften Hügeln der Toskana. 63 Millionen Flaschen werden jedes Jahr von den edlen Tropfen abgefüllt, der zu den bekanntesten italienischen Rotweinen zählt. Der Chianti ist ein Klassiker und einer der ältesten Weine auf dem italienischen Stiefel. Seinen Namen verdankt er dem Weinanbaugebiet zwischen Pisa und Montalcino.

Erstmals schriftlich erwähnt wurde der Begriff Chianti 1398 – allerdings für einen Weißwein. Erst im 15. Jahrhundert wurden im heutigen Chianti-Gebiet mehr rote als weiße Trauben angebaut.

Die entscheidende Prägung erhielt der Rotwein, wie wir ihn heute kennen, durch die berühmte Chianti-Formel des damaligen Landwirtschaftsministers und Gutsbesitzers Baron Bettino Ricasoli im Jahr 1872. Damals wurde eine Rebsorte aufs Schild gehoben, die bis dato nur eine Nebenrolle spielte und fortan den toskanischen Weinbau maßgeblich bestimmen sollte: Sangiovese. Die Edelrebe ist heute neben dem Chianti auch Hauptbestandteil des Brunello di Montalcino oder des Vino Nobile di Montepulciano. Alle Chianti in den diversen Subzonen bestehen heute zu ihrem ganz überwiegenden Teil aus Sangiovese. Daneben sind in den Cuvées die alte toskanische Rebsorte Canaiolo, aber auch internationale Rebsorten wie Merlot oder Cabernet Sauvignon zugelassen.  

Trotz der ähnlicher Namen und ähnlicher Traubenzusammensetzung sind die Appellationen Chianti und Chianti Classico aus historischen, aber auch wein- und verbandrechtlichen Gründen zu trennen. Beide Rotweine haben den DOCG-Status. Dieses Akronym steht für Denominazione di Origine Controllata e Garantita und ist die qualitativ höchste Herkunftsbezeichnung für italienische Weine. Zurzeit werden 73 Weine aus allen Regionen Italiens mit diesem begehrten Siegel ausgezeichnet.

Der Chianti Classico DOCG

Das Anbaugebiet des Chianti Classico ist die historische Kernzone und liegt zwischen Florenz und Siena. Ein Classico muss mindestens einen Anteil von 80 % Sangiovese enthalten. Auch bezüglich seiner Reifezeit und den Ertragsmengen gibt es strenge Vorschriften. Sie erkennen die meisten, aber nicht alle Classico an dem "Gallo Nero", dem berühmten schwarzen Hahn, der auf dem Etikett und auf dem Flaschenhals abgebildet ist. Dieses Symbol war einst Wappentier der sogenannten Chianti-Liga – einem strategischen mittelalterlichen Bündnis zur Verteidigung des Territoriums.

Berühmte Weindörfer sind beispielsweise Gaiole, wo sich das Weingut I Sodi findet  oder Panzano, Sitz der Azienda Agricola Panzanello.  

Seit 2014 gilt eine dreistufige Qualitätspyramide

  • Chianti Classico Annata – Verkauf nach einjähriger Reifezeit
  • Chianti Classico Riserva: Verkauf im Handel frühestens zwei Jahre nach dem Erntejahr
  • Chianti Classico Gran Selezione (neu): Verkauf im Handel frühestens 30 Monate nach dem Erntejahr, Reifung mindestens drei Monate in der Flasche.

Der Chianti DOCG

Der Chianti DOCG kommt aus den Anbaugebieten, die nicht zum Classico-Gebiet gehören. Er enthält mindestens 70 % Sangiovese-Trauben und wird auch unter dem Namen Chianti Superiore DOCG angeboten. Mit knapp 15.000 ha Rebfläche ist das Anbaugebiet dieses Rotweines fast dreimal so groß wie das des Classico.

Der rubin- bis granatrotfarbene Wein darf frühestens am 1. März nach der Ernte verkauft werden. Ist der Wein als Riserva ausgezeichnet, beträgt die Reifung mindestens zwei Jahre.

Das weitläufige Chianti-Gebiet ist in sieben Subzonen unterteilt, deren Weine unter bestimmten Qualitätsvoraussetzungen die Subzone im Namen tragen können. Sehr renommiert ist die Chianti Rufina nördlich von Florenz, zu deren hervorragenden Erzeugern die Fattoria Grignano zählt.

Fruchtiges, würziges Aroma – wie ein Urlaub in Italien

Beide Rotweine zeichnen sich durch einen knackigen, frucht- und säurebetonten Geschmack mit präsenter Tanninstruktur aus. Als Markenzeichen gelte die Kirscharomen, aber auch Blau- und Brombeere sowie Johannes- und Preiselbeeren. Dazu kommen würzige Noten von Leder, Lakritz oder Tabak.

Chianti Rotwein gilt als der italienische Essensbegleiter. Seine Stärken spielt er bei tomatenbasierten Saucen und zu italienischen Fleischgerichten wie Ossobuco, Bistecca Fiorentina und anderen Schein-, Rind- oder Wildgerichten. Selbstverständlich können Sie ihn auch zur Pizza servieren.

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