Auxerrois: Schmelzige Weißweinrebe von der Mosel

Die schwer aussprechbare Weißweinrebe Auxerrois nennen die Winzer in Baden scherzhaft "Ochserohr". Ihr Name deutet auf die französische Stadt Auxerre im Burgund, doch dort ist die Rebsorte völlig unbekannt. Überhaupt erweist sich die Spur ins edle Burgund als falsche Fährte. Zwar ähnelt die Rebsorte morphologisch den berühmten weißen Burgundersorten wie Chardonnay und Pinot Blanc, doch die Herkunft der Auxerrois ist bestenfalls "halbadelig".

Nach DNA-Analyse entstammt sie wohl einer spontanen Liaison der edlen Pinot-Rebe mit der durch und durch "bürgerlichen" Allerweltsorte Heunisch. Als wahrscheinlicher Ursprung wird der Oberlauf der Mosel, also die luxemburgische oder französische Moselle vermutet, wo sie bis heute eine der wichtigsten Rebsorten ist. Im lothringischen Departement Moselle jedenfalls wird die Auxerrois Anfang des 19. Jahrhundert erstmals namentlich erwähnt. Von dort gelangte sie ins Elsass, an die Loire und ins Jura.

Insgesamt betrug die französische Rebfläche im Jahr 2010 rund 2400 Hektar. Nach Deutschland wanderte die Reborte einerseits über Luxemburg (180ha) an die deutsche Ober-Mosel westlich von Trier, andererseits über das Elsass nach Baden und in die Pfalz (insgesamt ca. 240 Hektar).

Eigenständiger Geschmack mit wenig Säure

In den warmen, tiefgründigen Lagen des Elsass, Badens und der Pfalz zeigt sich die Sorte recht fruchtbar, muss also für den Qualitätsweinbau stark im Ertrag reduziert werden. Andererseits erweist sie sich im Weinberg als recht kapriziös und vor allem feuchteanfällig. Die Auxerrois ergibt in warmen Lagen sehr körperreich Weine mit wenig Säure und viel Schmelz. Im Duft finden sich dezente Aromen von Birne, Quitte und Melone, am Gaumen ist sie sehr druckvoll und opulent mit nussigen Noten.

Deutschland: Geringe Verbreitung, viel Potenzial

Obwohl die Sorte ihren Schwerpunkt eindeutig in Frankreich hat, schätzen vermehrt deutsche Winzer die frühreifende Rebe. In Baden und der Pfalz gilt sie wegen ihrem säurearmen, für alle Gaumen zugänglichen Geschmack als Alternative zum Grauburgunder. Auch schätzen Pfälzer Winzer wie Oliver Gabel die Rebe als ideale Partnerin für Cuvées mit eleganteren, säurebetonteren Rebsorten wie z.B. dem Weißburgunder. An der nördlicher gelegenen Mosel zeigt die Auxerrois ein anderes Gesicht. Das kühle Klima kommt gibt ihr beides:  Schmelz und gleichzeitig Frische. Während die Sorte weiter im Süden als üppig gilt, zeigt sie sich bei Weingütern wie Frieden-Berg an der Ober-Mosel feinfruchtig und finessenreich.

Spargel, Huhn, Salate – Auxerrois als Essensbegleiter

Die körperreiche, aber aromatisch eher vornehm zurückhaltende Art macht den Auxerrois zu einemgroßartigen Speisenbegleiter. Die trockene oder feinherbe Variante von der Mosel bzw. Moselle gehört zu der Handvoll ausgezeichneter Spargelweine, weil sie Säurearmut mit einer feinen Fruchtfrische verbindet. Generell passt Auxerrois gut zu grünen Salaten. Dank ihres opulenten Art harmoniert die Rebsorte auch zu hellem Geflügel wie z.B. gebratener Hühnerbrust oder zu dezent gewürztem Schweinefleisch - in Verbindung mit hellen Saucen z.B. auf Sahnebasis.  

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