Weingut Rudolf May

Das Wort ’Terroir’ stammt aus dem fränkischen, muss es wohl, denn Rudolf May ist ein wahrer Terroirist: "Den Ursprung erkennbar machen, darum geht es", sagt der Winzer aus dem Örtchen Retzstadt, das in einem Seitental des Mains liegt. Dabei geht es um viel mehr als den charakteristischen Muschelkalkboden seiner Heimat. Es geht um Himmelsrichtungen, Steilheit, Wind und Wetter, den Silvaner, aber auch um den ganz persönlichen Einfluss des Winzers auf den Wein. Und dieses Einwirken ist im Falle May am besten mit dem Wort Kompromisslosigkeit umschrieben. Rudi May: "Hartnäckigkeit, Biss und Energie sind stetige Begleiter." Oder noch klarer: "Ich bin nur zufrieden, wenn keine Traube ein Kompromiss war." Fruchtbomben interessieren ihn nicht die Bohne, sondern feinziselierte Tropfen mit mineralischem Nachhall.

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Interessant ist, dass die Familie seit 300 Jahren im Weinbau aktiv ist, aber erst seit 1998 das eigene Weingut führt. May konnte jedoch auf Rebflächen in Steillagen mit Muschelkalkböden zurückgreifen, die bereits in den 1960er Jahren gepflanzt wurden – sie sind heute arm an Ertrag, aber qualitativ von unschätzbarem Wert. Insgesamt ist die Entwicklung des Weinguts schlicht atemberaubend: Seit 2014 ist May im Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP). Die große Jancis Robinson bewertet seine Top-Weine regelmäßig mit 18+ von 20 Punkten. Und in 2020 hob ihn den Weinführer Eichelmann mit 4,5 Sternen in die Kategorie Weltklasse. Da läuft eine Menge richtig auf dem fränkischen Terroir!