Exklusive Weine
Gratis probieren in 16 Kontoren
Geprüft & zertifiziert
Teaser mit Bild von Lina

Zwischen Reifezeit und Richtungswechsel

"Auch Umwege landen manchmal genau da, wo man hin sollte."

Hallo und willkommen zurück zur nächsten Station von meinem Weinregal, 

beim letzten Mal standen wir noch im Weinladen um die Ecke. Ich, Anfang 20, frisch im Jurastudium und mit gefährlichem Halbwissen irgendwo zwischen Grauburgunder und Primitivo unterwegs. 

Und dann kam 2020. 

Damals dachte noch jeder: "Vier Wochen später geht’s bestimmt normal weiter." Vier Wochen. Süß. 

Mein Semesterstart wurde erstmal verschoben, die Uni Hamburg versuchte plötzlich herauszufinden, wie digitales Lernen eigentlich funktioniert und ich erinnere mich bis heute an von Professoren eingesprochene PowerPoint-Präsentationen. Keine Vorlesung. Kein Hörsaal. Nur Folie 1 von 87 und irgendwo im Hintergrund eine müde Stimme, die über Verwaltungsakte sprach. 

Am Anfang hatte das alles noch etwas von "wir machen das Beste draus". Im Jurastudium kurz vorm Schwerpunkt wurde daraus allerdings ziemlich schnell: absolute Katastrophe. 
Und während die Uni noch versuchte, online zu funktionieren, stellte sich im Weinladen eine ganz andere Frage: Ist ein Weinladen eigentlich ein Geschäft des täglichen Bedarfs? 

Ich kann ehrlich sagen: Das zuständige Bezirksamt wusste es zeitweise selbst nicht so genau.
Mal ja.
Mal nein.
Mal nur drei Leute gleichzeitig.
Mal Verkauf durchs Fenster.
Mal nur außer Haus.
Und so lieferte ich plötzlich Wein aus. 

Bis Ende 2021 fuhr ich durch Hamburg und brachte den Leuten ihren Wein nach Hause. Rückblickend eine ziemlich absurde Zeit. Aber auch eine, die ich nie vergessen werde. 

Viele Kundinnen und Kunden waren damals unglaublich froh über jedes kurze Gespräch an der Haustür. Für manche war das tatsächlich einer der wenigen Kontakte zur Außenwelt. Und eines habe ich in dieser Zeit definitiv gelernt: Genuss war vielleicht das Letzte, worauf die Menschen verzichten wollten. 

Ich bin meinem damaligen Chef bis heute dankbar, dass er uns weiter bezahlen konnte und irgendwie immer einen Weg gefunden hat, den Laden am Laufen zu halten. 

Und ich?
Ich hatte trotz allem immer noch Spaß am Wein.
Beim Jurastudium sah das inzwischen anders aus. 

Ich kämpfte mich noch durch meinen Schwerpunkt, aber innerlich war längst klar: Das kann es nicht gewesen sein. Also stand irgendwann diese große Frage im Raum: Ziehe ich das jetzt komplett bis zum Staatsexamen durch – oder fange ich nochmal neu an? 

Inzwischen war ich ausgezogen, musste meine Miete zahlen und wusste gleichzeitig: Noch einmal ein reines Theorie-Studium passt einfach nicht mehr zu mir. 
Also habe ich meinen rechtswissenschaftlichen Schwerpunkt abgeschlossen und mich neu orientiert. Es musste etwas sein, das meinen Kopf fordert – aber gleichzeitig praktisch ist. Etwas, bei dem man machen darf. Nicht nur lernen. 

Und so entschied ich mich für ein duales Studium. Ich bewarb mich ziemlich spontan, wurde schnell angenommen und fand überraschend schnell einen Praxispartner: eine Kommunikationsagentur, bei der ich ab Herbst 2021 Kommunikation und PR dual studieren konnte. 

Plötzlich ging alles ganz schnell: neue Branche, neue Themen, neue Kunden, neue Arbeitswelt. Zum ersten Mal Agenturalltag. Zum ersten Mal Unternehmenskommunikation. Zum ersten Mal das Gefühl, beruflich wirklich irgendwo anzukommen. 

Nur für Wein blieb plötzlich kaum noch Zeit. 

Ich kündigte meinen Job im Weinladen – und dachte damals tatsächlich kurz, das Kapitel wäre vielleicht vorbei. Aber wenn Sie das hier lesen, wissen Sie natürlich: Ganz losgelassen hat mich der Wein nie. 

Der Wein dieser Station
Vielleicht passt deshalb heute auch genau dieser Wein so gut zu dieser Zeit:
Der Pinot Blanc 2023 vom 
Reichsgraf von Kesselstatt von der Mosel. 

Ein Wein, der deutlich ruhiger wirkt als meine damalige Lebensphase – und vielleicht gerade deshalb hängen geblieben ist. Weißburgunder hatte für mich damals etwas Erwachseneres. Weniger laut, weniger "easy drinking", dafür eleganter, strukturierter. Während ich selbst innerlich noch ziemlich zwischen Chaos, Neustart und Zukunftsfragezeichen unterwegs war, brachte dieser Wein plötzlich Ruhe ins Glas. 

Reife Birne, Quitte, etwas Nashi-Birne, dazu diese feine, fast zurückhaltende Eleganz. Kein Wein, der Aufmerksamkeit fordert – aber einer, der bleibt. 

Und irgendwie beschreibt das auch ganz gut diese Zeit meines Lebens: Nicht spektakulär. Nicht gradlinig. Aber wichtig. 

Wie mein Agenturalltag damals aussah, warum ich irgendwann doch wieder Zeit für Wein fand – und wie ich schließlich bei Rindchen gelandet bin, erzähle ich Ihnen beim nächsten Mal. 

Bis dahin: Bleiben Sie neugierig.
Auch Umwege landen manchmal genau da, wo man hin sollte. 

Cheers
Lina

Produktgalerie überspringen

Passende Weine

Reichsgraf von Kesselstatt
Pinot Blanc
Weißwein 2023 Deutschland Mosel
Neu
Reichsgraf von Kesselstatt
6er Paket Pinot Blanc Kesselstatt
Deutschland