Deutschland – Rheinhessen
Zwei Freys
für alle Fälle
Zwei Brüder, drei Burgunder und kein Interesse an halben Sachen: Die Freys zeigen, wie unterschiedlich eine gemeinsame Idee schmecken kann.
Bei Christopher und Philipp Frey beginnt vieles mit einer ziemlich klaren Vorstellung davon, wie ein Wein sein soll. Und wenn die vorhandenen Reben dafür nicht reichen, werden eben neue gepflanzt. Wenn der bequemere Weg nicht zum gewünschten Ergebnis führt, nehmen die Brüder den anderen. Nicht aus Prinzip, sondern weil sie bei Qualität nur ungern Abkürzungen machen.
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Trotzdem wirken ihre Weine nie angestrengt. Im Gegenteil: Sie sollen klar, zugänglich und selbstverständlich sein. Man soll nicht über jeden Arbeitsschritt nachdenken müssen, sondern schmecken, dass alles an seinem Platz ist.
Genau das verbindet die Organic Selection. Der Spätburgunder Rosé zeigt die charmante, unkomplizierte Seite der Freys, ohne beliebig zu werden. Der Weißburgunder steht für Eleganz, feinen Schmelz und eine zurückhaltende Holznote. Neu im Trio ist der Grauburgunder Reserve. Er bringt mehr Tiefe, Struktur und Würze mit, bleibt dabei aber genauso geradlinig wie die beiden anderen. Kalkstein und Lösslehm bilden bei allen dreien das Fundament, der Ausbau verleiht zusätzliche Statur.
Dass die Weine so unterschiedlich auftreten und trotzdem unverkennbar zusammengehören, ist kein Zufall. Die Frey-Brüder arbeiten biologisch, setzen auf hochwertige, von Natur aus ertragsarme Reben und lassen ihren Weinen im Keller genügend Raum für Eigenständigkeit. "Einfacher kann man Wein immer noch machen", sagt Philipp Frey. Das klingt beinahe beiläufig, beschreibt ihren Anspruch aber ziemlich genau.
Denn einfacher machen könnten sie es sich durchaus. Stattdessen arbeiten sie mit traubeneigenen Hefen, beschäftigen sich intensiv mit ihren Böden und stimmen den Ausbau auf jede Rebsorte einzeln ab. Der Aufwand soll dabei nicht im Vordergrund stehen. Er soll nur dafür sorgen, dass am Ende jeder Wein seine eigene Rolle spielen kann.
So stehen heute drei Burgunder nebeneinander, die sehr unterschiedlich wirken und trotzdem dieselbe Handschrift tragen. Nicht, weil sie alle gleich schmecken. Sondern weil hinter allen dieselbe Haltung steckt: so viel Aufwand wie nötig – und im Glas so selbstverständlich wie möglich.