Roman Pfaffl
Roman Pfaffl
Zum Dahinschmelzen!
Ob Grüner Veltliner, Gemischter Satz oder Weißburgunder – Roman Pfaffls Weine sind unfassbar cremig und fruchtfrisch. Wohl kein Winzer prägt derzeit das Image von Österreichs Weinen in der Welt so wie der vielfach als "Bester Erzeuger Österreich" prämierte Mann aus Stetten im Weinviertel.
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WEIN NEWS: Roman, wie hast Du Dein Handwerk erlernt?
Roman Pfaffl: Learning by doing. Ich muss es machen! Mit 14 bin ich auf die Weinbauschule, das ist hier in Österreich der normale Weg. Danach schlug mir mein Vater Praktika vor, Australien, Neuseeland. Aber irgendwelche Hilfstätigkeiten auszuführen, das erschien mir verschwendete Zeit. Also bin ich nach der Ausbildung direkt ins Familiengut eingestiegen und habe sofort den Keller übernommen.
Stimmt es, dass Du Deinen Weinkeller immer bei Dir hast?
Wenn ich unterwegs bin, liegt mein Tablet immer neben mir. Unser ganzer Keller ist smart: Gärtanks, Pressen, Pumpen, Filter kann ich vom Tablet steuern. Selbst mein Vater hat sich daran gewöhnt, dass plötzlich neben ihm ein Gerät anspringt.
Klingt irgendwie unromantisch.
Aber es ist effizient. Und macht den Wein besser! Was haben wir früher alles mit dem armen Wein angestellt, weil uns die Informationen fehlten. Heute monitoren wir viel, machen aber wenig und zwar das Richtige. So hat der Wein die Ruhe, seinen Weg zu gehen.
Ist das der Grund, warum Deine Weine so cremig sind?
Auch. Aber der Hauptgrund sind unsere sandigen Oberböden hier um Stetten. Die geben viel gespeicherte Wärme an die Trauben ab. Selbst der "Haiden" Grüne Veltliner bekommt so eine burgundische Note. Zu warm wie in jüngster Zeit ist allerdings auch nicht gut. Mittlerweile haben wir Reben in Nordhängen, um dann im Mix die Veltliner-Spritzigkeit zu bewahren.
Apropos Mix: Was ist ein "Gemischter Satz"?
Das ist eine Besonderheit in den Hügeln um Wien. Mindestens drei Rebsorten – die Zusammensetzung ist das Geheimnis des Winzers! –, alle in einem Weinberg, zum gleichen Zeitpunkt gelesen und zusammen vinifiziert.
Wäre es nicht besser, die Rebsorten zum jeweils besten Lesezeitpunkt zu ernten und erst später zu cuvetieren?
Jetzt klingst Du unromantisch. Nein, das ist gute Tradition und außerdem Vorschrift. Da passen die Nachbarn schon auf, dass da keiner einen Schmu macht!