Riesling: Aushängeschild des deutschen Weinbaus

Der Riesling zählt zu der Handvoll weißer Edelreben mit internationaler Reputation. Er bespielt die gesamte Range vom trockenen Alltagswein zum Großen Gewächs, aber auch das fruchtsüße Spektrum bis hin zu raren und im wahrsten Wortsinne kostbaren Spezialitäten wie Eisweinen, Beeren- und Trockenbeerenauslesen. Keine andere Rebsorte repräsentiert die deutsche Weinkultur wie der Riesling. Noch vor hundert Jahren wurde er in der internationalen Spitzengastronomie in einem Atemzug mit den großen Crus aus dem Burgund und dem Bordelais genannt. Mit knapp 45 Prozent haben die deutschen Winzer den größten Anteil am weltweiten Anbau dieser hochwertigen Rebsorte. So gilt Deutschland nicht nur als Heimat des Rieslings, sondern ist auch führend in der Produktion von Spitzenweinen aus der grüngelben Weißweintraube.

Wann und wo die Rebsorte entstand, ist strittig. Neben verschiedenen deutschen Regionen reklamiert auch die Wachau in Österreich den Ursprung für sich. Als gesichert gilt der Anbau an Mosel und Rhein um die Mitte des 17. Jahrhunderts. Sein Siegeszug begann der Riesling allerdings erst nach der sogenannten ’kleinen Eiszeit’ Ende des 18. Jahrhunderts. Damals ließen die klimatischen Verhältnisse erstmals eine späte Lese der Trauben bis in den November hinein und damit eine vollständige physiologische Reife zu.

Weinanbaugebiete in Deutschland

Riesling ist als Cool-Climate-Rebsorte gut geeignet für den Anbau in nördlichen Regionen, da sie frostunempfindlich ist, stellt jedoch hohe Ansprüche an ihre Lage. Die kleinen Rieslingtrauben reifen sehr spät im Jahr und brauchen die warme Herbstsonne unbedingt. Beste Bedingungen finden die Winzer für den Anbau dieses Weins vor allem an den Steillagen enger Flusstäler, in denen sich die Wärme staut und von den steinigen, schiefrigen Böden gespeichert wird.

Das ist mit fast 2.500 Hektar Besatz das größte Riesling-Anbaugebiet. Es folgen die Regionen , , , , und . Vor allem an Rhein und Mosel findet die Rebsorte ideale Wachstumsbedingungen: milde Winter und gemäßigt temperierte Sommer, windgeschützte Steillagen und gut durchlüftete warme Schieferböden.

Aroma und Geschmack

Den Riesling zeichnet ein unnachahmliches Süße-Säure-Spiel aus. Die markante Säureader der Rebsorte prägt die Fruchtaromen von Weinbergpfirsich, Apfel und Zitrus. Je nach Reifegrad und Bodentyp gesellen sich Noten von Aprikose, Orangenschale aber auch Ananas, Mango und sogar Passionsfrucht hinzu, ergänzt um florale und kräuterige Noten. Komplett durchgegorene und damit vollständig trocken ausgebaute Rieslinge sind eher die Ausnahme. In aller Regel erhalten die Winzer – auch bei weinrechtlich als trocken geltenden Weinen - als Gegengewicht zur Säure einen Restzuckergehalt. Viele, insbesondere internationale Experten attestieren dem Riesling seine größte Stärke im halbtrockenen bis feinherben Bereich. Die charakteristische, fruchtige Säure prädestiniert die Traube ebenso für die Herstellung von Winzersekt.

Riesling ist eine ausgesprochene Terroir-Rebe, d.h. sie zeichnet die Mineralik der Böden im Geschmack sehr präzise nach. Bekannt sind die Schiefernoten der Rieslinge von der Mosel (z.B. Reichsgraf von Kesselstatt), der Nahe (z.B. Kruger- Rumpf) oder dem Rheingau (Laquai), die Muschelkalknoten in Franken (z.B. Müller I) und Teilen der Pfalz () oder die würzigen Noten vom Roten Hang in Rheinhessen (Leonhard).

Rieslinge haben ein großes Lagerpotential. Mit den Jahren entwickeln sie dabei zusätzliche aromatische Noten, von denen Orangenzeste, Honigtöne und Petrol die bekanntesten sind.

Am verbreitetsten sind trockene und feinherbe Rieslingweine, doch aus der Rebe werden auch hervorragende Süßweine wie Beerenauslesen gekeltert. Für diese außergewöhnlichen Weine lassen Winzer wie Klaus Peter Leonhard die Trauben am Stock zu Rosinen trocknen. So entstehen natursüße Rieslingweine von dickflüssiger Konsistenz, die als Aperitif oder Dessertwein getrunken werden.

Riesling als Speisenbegleiter

Seine außergewöhnliche aromatische Bandbreite ermöglicht den Einsatz von Riesling über den gesamten Menüverlauf und in diversen Küchen. Trockene Rieslinge begleiten Fisch und Meeresfrüchte, aber auch mediterrane Gemüsegerichte und Spargel, Huhn oder anderes helles Fleisch. Lediglich bei säurebetonten grünen Salaten sollte man von einem knackigen Riesling Abstand nehmen.

Lagenrieslinge und Große Gewächse haben eine Intensität und Kraft, die sie auch vor dunklem Geflügel oder geschmortem oder gegrilltem Rindfleisch nicht zurückschrecken lassen. In seiner halbtrockenen oder lieblichen Spielart gilt Riesling als königliche Wahl in der anspruchsvollen, süß-sauren asiatischen und scharfen Küche. Schließlich sind süße Riesling-Auslesen unschlagbar gut zu fruchtigen Nachtischen und Sorbets.

Bedeutung des edlen Weißweins für den deutschen Weinbau

Der Riesling ist das Aushängeschild für den deutschen Weinbau. Alteingesessene sowie junge Winzer produzieren jedes Jahr erstklassigen Riesling, der mit seiner lebendigen Säure und seinem fruchtigen Aroma begeistert.

Rieslingweine aus Spitzenlagen wie dem Roten Hang am Rhein, dem Scharzhofberg an der Saar oder dem Pitterberg an der Nahe sind international hoch geschätzt und werden regelmäßig mit Preisen ausgezeichnet. Der Riesling wird in allen 13 deutschen Weinanbaugebieten kultiviert.

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