Lambrusco: Winzerkunst in allen Facetten

Wenige Weinsorten blicken auf eine so bewegte Geschichte zurück wie der Lambrusco. Die italienische Rebsorte ist nicht nur wahnsinnig vielseitig, sondern wächst auch wie wild – was gerade in den 1970er- und 1980er-Jahren zu einer wahren "Schwemme" führte. Die Konsequenz? Der Norditaliener wurde als "Billigwein" stigmatisiert und echten Kennern kam er nicht mehr ins Glas. Gegen dieses Image wehrten sich die norditalienischen Winzer jedoch – und zwar erfolgreich. Inzwischen reift der prickelnde Rotwein zu einem beliebten Schätzchen heran. Und wie bei einem guten Wein üblich, kann das eben etwas länger dauern.

Die wichtigsten Lambrusco-Zonen

Eins vorweg: Es gibt nicht den einen Lambrusco. Der Name bedeutet ursprünglich in etwa "Wilde Rebe" und steht heute für eine Gruppe an lokalen Traubensorten, die in unterschiedlichen Cuvées die ebenso unterschiedlichen Lambrusco prägen. Wenn heute von Lambrusco gesprochen wird, meint man damit moussierende, zumeist rote Weine aus der italienischen Emilia, einer Region in der Po-Ebene um die Städte Modena und Reggio. Innerhalb dieser Region unterscheidet man – je nach Zählart – mindestens fünf Unterzonen mit je eigener DOC, also geschützter Herkunftsbezeichnung wie Sorbara oder Grasparossa. Die Geschmacksrichtung reicht von trocken – dies sind zumeist die besten Gewächse – über extra dry bis dolce, also süß.

Die hellste Färbung und einen ausgeprägt himbeerigen Geschmack haben die Lambrusco di Sobara DOC. Grasparossa und Maestri hingegen sind sehr kraftvolle Lambrusco – tiefdunkel, würzig, dunkelbeerig und mit ausgeprägten Tanninen. Im Lambrusco Reggiano treffen gleich mehrere Rebsorten aufeinander, etwa Lambrusco Salamino und Lambrusco Merani.

Zwei Herstellungsmethoden für echten Lambrusco-Wein

Aktuell gibt es zwei Gärmethoden, um einen echten Lambrusco herzustellen. Diese haben allerdings einen starken Einfluss auf die Qualität des Weins. Am verbreitetsten ist die Charmat-Methode, die auch bei vielen anderen Perlweinen wie Prosecco gebräuchlich ist. Dafür werden die Grundweine zunächst durchgegoren und durchlaufen dann durch Beigabe von süßem Most und Hefe in einem Drucktank eine zweite Gärung, ohne das die Kohlensäure entweichen kann. Bei 2,5 bar wird die Gärung, meist durch Kühlung, abgestoppt. Diese Methode ergibt ausgewogene und stabile Frizzante. 

Für hochwertige Lambrusco greifen Spitzenerzeuger wie Carra di Casatico auf die sogenannte Metodo Rural – also wörtlich bäuerliche Methode zurück. Hier wird bereits bei der ersten Gärung an einem bestimmten Punkt der Drucktank geschlossen, damit keine Kohlensäure mehr entweichen kann. In diesem Fall behält der Wein also seine traubeneigene Gärkohlensäure, wodurch die Primärfrucht besser zur Geltung kommt. Diese Lambrusco sind brillanter, frischer, die Mousseux ist feiner und besser eingebunden - allerdings ist die Haltbarkeit des Weins begrenter. Die Metodo Rural erfordert – anders als der Name vermuten lässt – penibles Arbeiten unter maximal hygienischen Bedingungen und wird daher nur von wenigen wirklich beherrscht.

Verzehrempfehlung: So wird der Lambrusco aufgetischt

Wer den Lambrusco-Rotwein kombinieren möchte, braucht nicht lange zu suchen: Die Köstlichkeiten seiner Heimat Emilia-Romagna sind wie gemacht, um mit einem perlenden Gläschen des fröhlichen Weins serviert zu werden. Gönnen Sie sich beispielsweise feinen Parmigiano Reggiano, luftgetrockneten Parmaschinken oder eine der unzähligen Pasta-Variationen, denen der leicht herbe Wein etwas Schwere nimmt und sie so perfekt begleitet.

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