Edle Weine

Willkommen in der Welt der herausragenden Winzerinnen und Winzer, der edelsten Rebsorten, der nobelsten Weinregionen und deren berühmten Einzellagen und Crus. Wir verlassen den Bereich der sehr gut gemachten Weine und treten ein in ein zauberhaftes Aromareich, in dem uns Winzerhandschrift, spürbare Herkunft und einzigartiger Geschmack willkommen heißen.

Filter
Jean Durup
"Vieilles Vignes", Chablis, La Paulière
2020 Frankreich Burgund Weißwein
Byrne Vineyards
Calcannia, Shiraz, Clare Valley
2018 Australien SOUTH AUSTRALIA Rotwein
Château de Chambert
Château Chambert Sélection Parcellaire
2016 Frankreich Cahors Rotwein
Château Dutruch Grand Poujeaux
Chateau Dutruch Grand Poujeaux, Moulis-en-Médoc AC
2020 Frankreich Bordeaux Rotwein
Panzanello di Andrea
Chianti, Classico Riserva, DOCG, Panzanello
2018 Italien Toskana Rotwein
Lake Breeze
CS Shiraz Bernoota
2018 Australien SOUTH AUSTRALIA Rotwein
Finca Rio Negro
Finca Rio Negro tinto
2015 Spanien CASTILLA-LA MANCHA Rotwein
Calcannia Wines
GSM Calcannia
2018 Australien SOUTH AUSTRALIA Rotwein
Château de Manissy
Lirac AOP, Domaine Terre Davau
2019 Frankreich Rhône Rotwein
Celler de l'Encastell
Marge Priorat D.O.C.
2018 Spanien Priorat Rotwein
Seifried Estate
Pinot Noir Aotea Seifried
2019 Neuseeland NELSON Rotwein
Weingut Reichsgraf von Kesselstatt
Riesling trocken Alte Reben, VDP.Gutswein
2020 Deutschland Mosel Weißwein
Weingut Clemens Busch
Riesling trocken, Fass 75, VDP.Ortswein, Clemens B
2018 Deutschland Mosel Weißwein
Weingut Dr. Bürklin-Wolf
Riesling, VDP. Erste Lage, Ruppertsberger Hoheburg
2018 Deutschland Pfalz Weißwein
Azienda Agricola Amantis
Sangiovese Montecucco DOC Amantis
2016 Italien Toskana Rotwein
Angerhof/Tschida
Sauvignon Blanc, Beerenausl., Tschida 0,375
2017 +ûsterreich BURGENLAND Weißwein
Château de Manissy
Tavel Rosé
2021 Frankreich Rhône Roséwein

Hochwertige Weine online kaufen

Sie begegnen hier großen Namen wie Bordeaux Cru, Chateauneuf-du-Pape, Sancerre, Bourgogne Premier Cru, Barolo, Chianti Classico Riserva, Amarone, Riesling und Silvaner Großes Gewächs oder Rioja Reserva. Doch es finden sich auch Weine, deren Größe sich allein der Schaffenskraft einzelner Persönlichkeiten verdankt.
Alle edlen Weine eint, dass ein nobles Etikett noch keine Größe ausmacht. Es bedarf Toplagen, alter Rebstöcke, geringer Erträge pro Weinstock, viel winzerischer Fürsorge im Weinberg, sorgsamer Arbeit im Keller, häufig den Einsatz kostspieliger Barriques oder Amphoren und schließlich langer Reifezeiten. Nur dann wird das Werk die Meisterin loben, um aus der „Glocke“ von Friedrich Schiller zu zitieren.

Die harten Erfolgsfaktoren: Ertrag, Handarbeit, Ausbau des edlen Weins

Keine Frage: Die bisweilen astronomischen Preise bestimmter Weinraritäten erklären sich nur durch Marktmechanismen wie extremer Limitierung, hohem Prestige und auch Spekulation. Dann gibt es Modeerscheinungen, die für einen gewissen Zeitraum die Begehrlichkeit auf und damit den Preis von bestimmten Weinen stark steigern. Lassen wir diese Extreme außer Acht, gibt es einige harte Faktoren, die bei der Preisbildung entscheidend sind. Der erste ist der Ertrag. Je weniger Trauben ein Rebstock versorgt, desto intensiver sind die Aromen. Lässt man auf fruchtbaren Böden die Reben einfach machen, sind Erträge von 160 Hektolitern pro Hektar und mehr keine Seltenheit. Bei edlen Weinen wird der Ertrag auf häufig 40 Hektoliter, in manchen Regionen wie beispielsweise dem spanischen Priorat gern auch auf 15 Hektoliter reduziert. Gehen wir der Einfachheit halber davon aus, dass die investierte Arbeit gleich ist, ergibt sich beim „Rohmaterial“ ein Preisunterschied zwischen dem vier- bis zehnfachen. Der zweite Faktor ist die investierte Arbeit. Für Spitzenweine ist minuziöse Handarbeit im Weinberg unerlässlich. Nehmen wir allein die Lese. Nur gesundes und reifes Traubengut eignet sich für große Qualitäten. Jede unreife oder faule Beere wird daher von Hand aus den Trauben herausgeschnitten. Die Trauben werden in kleinen Kisten gelesen und transportiert, damit nicht durch den Eigendruck die Beeren platzen und oxydieren. An Sortierbändern wird noch einmal streng nachselektiert. Der Einsatz eines Vollernters ist da um ein vielfaches kostengünstiger. Der dritte Faktor ist die Reifung und die Zeit. Ein neuer Weinberg braucht mindestens fünfzehn Jahre – viele sagen deutlich länger – bevor die Trauben die Intensität für Spitzenweine erreicht. Beim der Reifung im Keller kommen oft neue 225 l Barriques aus Eiche ins Spiel. Für beste Barriques sind vierstellige Eurobeträge keine Seltenheit – für höchstens dreimalige Nutzung. Die Fass- und Flaschenreife einer Rioja Reserva oder eines Brunello beträgt vier Jahre, bevor die Weine auf den Markt kommen. Zeit ist bekanntlich Geld.

Große Appellationen: Die Arbeit von Generationen

Der legendäre Ruf, den bestimmte Weine genießen, lässt sich gut am Beispiel Barolo erläutern. Es handelt sich um ein kleines Herkunftsgebiet – italienisch Denominazione, französisch Appellation – um den gleichnamigen Ort im norditalienischen Piemont. Da ist zunächst die Rebsorte Nebbiolo. Sie stammt von hier und zeichnet sich durch einen ebenso intensiven wie markanten Geschmack mit hohem Wiedererkennungswert aus. Sie hat, trotz diverser Versuche, das Piemont niemals verlassen: Qualität und Terroir scheinen sich hier zu bedingen. Edle Weine entstehen also in eng umgrenzten Gebieten aus oftmals regionalen Trauben. Der erste Barolo heutiger Machart wurde vor rund 150 Jahren erzeugt. Seit dieser Zeit arbeiten Generationen von Winzern stetig an der Qualität: Die Rebsorte Nebbiolo wurde ständig weiter selektioniert und an die besonderen Bodenverhältnisse und das Klima angepasst. Im Keller wurden Ausbau und Reife perfektioniert. Seit Generationen lernen also Winzerinnen und Winzer voneinander und stehen gleichzeitig im Wettbewerb um den besten Barolo. Edle Weine sind das Gemeinschaftswerk vieler Winzer über mehrere Generationen. In vielen anderen Appellationen herrschen Fliehkräfte zwischen den Produzenten. Die Versuchung ist groß, die Bekanntheit eines Weins in günstigen Massenprodukten auszunutzen. Oft werden die Weinberge dafür in Zonen ausgedehnt, die für Spitzenweine nicht geeignet sind. Auch besteht häufig die Tendenz, das Rebsortenportfolio zu erweitern. In Barolo wehrte man solche Entwicklungen ab. Im Gegenteil: Die Standards für Rebe, Terroir und Ausbau wurden gemeinschaftlich weiter erhöht. Edle Weine fordern eine gemeinsame Fokussierung aller auf die Qualität. Eine edle Appellation entsteht nicht als kurzfristiger Hype. Sie baut auf ein unverwechselbares Geschmacksversprechen. Sie setzt oft auf regionale Rebsorten und eine klar umgrenzten Herkunft. Notwendig sind der gemeinsame Qualitätswillen bei gleichzeitigem Wettbewerb aller Erzeuger und die Arbeit von Generationen. Das Beispiel Barolo ließe sich auf Appellationen im Burgund, auf das Chianti Classico, Sancerre, die Côtes du Rhône und viele andere übertragen.

Auf die Lage kommt es an!

Fragt man Winzerinnen und Winzer nach dem Geheimnis eines edlen Weins, klingt die Antwort wie die eines Immobilienmaklers: Lage, Lage, Lage. Der Legende nach schwärmten einst die Mönche im Burgund aus und leckten buchstäblich an den Böden, um die besten Lagen für Weinberge zu finden. Es gibt also Bodenformationen, Sonneneinstrahlungen und kleinklimatische Besonderheiten, die eine Lage für den Weinbau besonders prädestinieren. Als wichtiger Faktor kommt die Rebsorte hinzu, die sich in diesen Bedingungen wohlfühlen muss. Riesling braucht andere Bedingungen als Sauvignon Blanc oder Sangiovese. Im besten Fall nimmt der Boden Einfluss auf den Geschmack des Weins – die Lage wird also schmeckbar. Dann braucht es noch die Winzerin, die all die genannten Faktoren zusammenbringt und in einen großen Wein gießt. Es gibt Lagen wie Clos de Vougeot im Burgund, die Wehlener Sonnenuhr an der Mosel oder Cannubi im Barolo, die Weltruf genießen. Oft verselbstständig sich so ein Ruhm: ein Pinot Noir/Spätburgunder gilt dann als edel, wenn er so ähnlich schmeckt wie ein Clos de Vougeot. Große Lagen – oder edle Weine überhaupt - setzen also geschmackliche Benchmarks, an denen andere gemessen werden. Das Original gewinnt dadurch nur noch mehr an Renommee. 

Lagenkartierung: Premier Cru, Grand Cru, Erste Lage, Große Lage

Im Burgund hat man früh begonnen, Lagen zu kartieren und in eine qualitative Pyramide einzuordnen: Ortslage, Premier Cru, Grand Cru. In den letzten zwanzig Jahren wird dieses System europaweit in vielen Regionen übernommen. Für Deutschland war hier der VDP.Die Prädikatsweingüter wegweisend. Dieser private Verband hat für seine Mitglieder die Weine in Gutsweine, Ortsweine und die Lagenkategorien Erste Lage und Große Lage (Großes Gewächs) eingeteilt. Mit einem novellierten Weingesetz gilt diese Einteilung voraussichtlich ab 2026 rechtlich verbindlich in ganz Deutschland. Bei aller Liebe zu solchen auch für Verbraucher wichtigen Orientierungen: nicht alle Weine, die aus großen Lagen stammen, verdienen den Namen. Und große Weine können auch außerhalb traditionsreicher Crus entstehen. Beispiele dafür gibt es zuhauf. Bevor ein Rudi May oder ein Martin Korrell die Szene betraten, galten Lagen wie der Himmelspfad in Franken oder das Paradies an Nahe als Allerweltsweinberge. Und ein Christian Peth vermag der seiner Meinung nach engstirnigen Fixierung auf Weine aus Einzellagen nichts abzugewinnen.

Nur edle Reben erbringen edle Wein

Wir möchten dem Dornfelder nicht zu nahe treten: Aber das er es zu einem Ausnahmewein bringt, ist eher unwahrscheinlich. Reben brauchen einen bestimmten genetischen Pool, um Aromavielfalt, Struktur, Komplexität und Reifefähigkeit zu entwickeln. Wer nun wirklich in den Kreis der „Cepages nobles“, also der Edelreben zählt, ist immer wieder Thema von Debatten. Im Text „Rotwein“ auf dieser Website haben wir den harten Kern aus unserer Sicht beschrieben. Bei Weißwein sind es unter Experten unstrittig nur diese: Riesling, Chardonnay, Weiß- und Grauburgunder, Sauvignon Blanc, Viognier, Chenin Blanc und Grüner Veltliner. 

Große Weine aus genialen Händen

Der Riesling galt international als lieblicher Nachmittagstropfen, bis Bettina Bürklin-von Guradze mit den Großen Gewächsen des Weinguts Dr.Bürklin-Wolf weltweit für Aufsehen sorgte. Niemand hat einen Pfifferling auf die badische Rebsorte Gutedel gegeben, bis Hanspeter Ziereisen aus ihr einen der herausragenden Weißweine Deutschlands kelterte. Alexandre Relvas führte quasi im Alleingang die portugiesische Region Alentejo in den Kreis der bedeutenden Anbaugebiete.
Ohne Winzerpersönlichkeiten gibt es keine edlen Weine. Wie immer setzt sich dabei Erfolg aus 90% Handwerk und 10% Genie zusammen. Manchmal liegt dieses Genie auch in der Selbstvermarktung. Das ist in Ordnung, wenn sich dabei im Handwerk beste Lagen, die richtigen Rebsorten und das geballte Wissen einer Appellation finden. Jedenfalls ist es verblüffend, welche Unterschiede zu Tage treten, wenn man Weine derselben Rebsorte und derselben herausragenden Lage von verschiedenen Winzern probiert. Die Handschrift der Winzerin entscheidet zwischen sehr gut und Gänsehaut. Das Schöne: Bei Ihren Gegenübern am Tisch können die Empfindungen ganz anders sein.